Teure Töchter: Schulgeld nur für Mädchen im bayerischen Günzburg
(bikl.de) 330 Euro müssen Eltern im schwäbischen Günzburg jährlich für den Realschulbesuch ihrer Tochter zahlen. Billiger wird es für Eltern von Jungen: Sie zahlen – wie an staatlichen Schulen üblich – kein Schulgeld. Jetzt stellen einige Eltern diese ungleiche Behandlung in Frage.
18.07.2007 Bayern ArtikelIm schwäbischen Günzburg ist die Schulbildung noch streng nach Geschlechtern getrennt. Für die Jungen gibt es die Dominikus-Zimmermann-Realschule, für die Mädchen die Maria-Ward-Realschule. Der Besuch der staatlichen Dominikus-Zimmermann-Realschule ist selbstverständlich kostenlos, die staatlich anerkannte katholische Maria-Ward-Realschule hingegen verlangt ein jährliches Schulgeld von 330 Euro.
Gegen diese ungleichen Bildungschancen wollten sich jetzt einige Eltern zur Wehr setzen. Ihre Petition wurde aber vom Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags abgelehnt. Schließlich, so die Argumentation der CSU, könnten die Mädchen auch eine kostenfreie Realschule im weiter entfernten Ichenhausen oder in Burgau besuchen. Und außerdem müssten die "Belange der privaten Mädchenschulen" gewahrt werden. Mit einer Öffnung der kostenfreien Jungen-Realschule für Mädchen befürchtet man offensichtlich existenzielle Probleme für die kostenpflichtige katholische Bildungseinrichtung.
"Uns sind ehrlich gesagt die Belange der Mädchen wichtiger als die der Schulen!", erklärte der bayerische SPD-Bildungspolitiker Reinhold Strobl und fügte hinzu, was eigentlich in Deutschland selbstverständlich sein sollte: "Buben und Mädchen müssen gleich behandelt werden und es kann nicht sein, dass die Eltern für Mädchen Schulgeld zahlen müssen und für Buben nicht."
Weiterführende Links
- Maria-Ward-Realschule Günzburg
- Dominikus-Zimmermann- Realschule Günzburg
Keine Kommentare vorhanden