Trend zum Gymnasium hält an

Im Jahr 2004 wechselten nach der Auswertung des Statistischen Landesamtes 36,1 Prozent der insgesamt 111.000 Schülerinnen und Schüler nach der vierten Klasse der Grundschule in Baden-Württemberg auf ein Gymnasium über. "Die Unkenrufe, dass mit der flächendeckenden Einführung des achtjährigen Gymnasiums die Übergangsquoten auf diese Schulart dramatisch einbrechen würden, haben sich erwartungsgemäß nicht bewahrheitet. Von einer behaupteten Verunsicherung der Eltern kann keine Rede sein", erklärt Kultusministerin Dr. Annette Schavan. Im Vorjahr lag die Übergangsquote zum Gymnasium bei 35,3 Prozent.

22.12.2004 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Trotz des weiteren Trends zum Gymnasiums behauptet die Hauptschule in Baden-Württemberg ihre starke Position. 30,6 Prozent der Grundschüler wechselten in diesem Jahr in diese Schulart. Im Vorjahr waren es 31,8 Prozent.

"Die Hauptschule ist in Baden-Württemberg ein starker Pfeiler im Bildungswesen, der weiterhin hohe Akzeptanz genießt", so die Kultusministerin. "Die Hauptschule ist hier keine 'Restschule' wie teilweise in anderen Bundesländern. Deshalb ist die Forderung von Bundesbildungsministerin Bulmahn, die Hauptschule abzuschaffen, verheerend." Die Akzeptanz der Hauptschule im Südwesten liege auch daran, dass in dieser Schulart schon frühzeitig mit dem Konzept "Impulse Hauptschule" tief greifende Reformen mit guten Perspektiven gegriffen hätten. Diese setzten sich auch in den neuen Bildungsplänen fort, unter anderem mit neuen Ansätzen in Fächerverbünden wie "Materie, Natur, Technik" oder "Welt, Zeit Gesellschaft".

Stabil sind auch die Zahlen für die Realschule, in die 32 Prozent der Grundschulkinder wechselten (Vorjahr 31,5 Prozent). Traditionell gibt es regionale Schwankungen bei den Übergangsquoten. So wechselten beispielsweise im Stadtkreis Heidelberg 19,8 Prozent der Grundschüler auf die Hauptschule, während es im Stadtkreis Pforzheim 38,7 Prozent waren. Diese Schwankungen sind erfahrungsgemäß nicht in erster Linie auf unterschiedliche Empfehlungen der Grundschulen zurück zu führen, sondern auf die Wünsche von Eltern, die trotz der Option auf bestimmte Schularten andere Schularten bevorzugen. So nahmen beispielsweise im Hohenlohekreis lediglich 67 Prozent der Eltern die Option auf das Gymnasium wahr.


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