Unterricht am Samstag: "Eigentor der Landesregierung"
(bikl.de) Lehrer, Gewerkschaften, Eltern und Schüler lehnen die von der nordrhein-westfälischen Landesregierung angekündigten Sechs-Tage-Woche für Schulen weitgehend ab. Die Landesregierung will den Schulen zukünftig freistellen, Unterricht am Samstag durchzuführen. Jetzt hat auch Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsforschung Universität Dortmund vor der Einführung der Sechs-Tage-Woche gewarnt.
09.08.2007 Nordrhein-Westfalen ArtikelDie Sechs-Tage-Woche sei die absolut falsche Konsequenz auf die verkürzte Schulzeit bis zum Abitur, erklärt Rösner in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau". Richtig wäre es gewesen, den Schulen auch Unterricht am Nachmittag zu ermöglichen. "Dafür brauchen wir allerdings einen ordentlichen Ganztagsbetrieb mit Mittagessen, vielleicht auch mit Ruheräumen und Betreuung. Aber das hat eben seinen Preis. Jetzt den Unterricht auf den Samstag zu verschieben ist einfach nur eine billige Notlösung. Wer Ja sagt zu einer kürzeren Schullaufbahn muss auch die Voraussetzungen dafür schaffen", so Rösner wörtlich.
Auch die Lehrer hätten bei einer Sechs-Tage-Woche weniger Zeit zur Erholung vom stressigen Schulalltag und würden sich wahrscheinlich seltener fortbilden. In Nordrhein-Westfalen müssen Fortbildungen seit kurzem in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden. Langfristig, so Rösner, würde die Qualität des Unterrichts leiden. "Man kann so eine einschneidende Reform nicht ohne Abstimmung mit Lehrerverbänden und Elternorganisationen auf den Weg bringen. Das wird vermutlich ein Eigentor für die Landesregierung", warnt der Bildungsexperte im Interview.
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Weiterführende Links
- "Sechs-Tage-Woche ist eine billige Notlösung"
- Institut für Schulentwicklungsforschung Universität Dortmund
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