VBE an die neue Landesregierung: Nicht auch noch einen Schul-Stresstest in den nächsten Monaten durchführen
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg wünscht der neuen grün-roten Landesregierung einen guten Start und legt Wert darauf, dass der für "Stuttgart 21" vorgesehene Stresstest nicht Schule macht und dann in abgewandelter Form womöglich auch noch in der Bildungspolitik durchgezogen wird.
12.05.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg"Die Schulen freuen sich über die Offenheit für neue Formen des Unterrichtens, sehnen sich aber gleichzeitig nach einer Zeit, in der ein kontinuierliches Arbeiten ermöglicht wird, ohne dass eine Reform die nächste überholt, bevor die erste richtig eingeführt worden ist", sagt VBE-Chef Gerhard Brand.
Viele Lehrer missbilligen, mit welchem atemberaubenden Tempo in der Vergangenheit an den Schulen Reformen durchgezogen worden sind. Man dürfe nicht außer Acht lassen, so Brand, dass neue schulische Verhältnisse auf Kinder und nicht auf Maschinen einwirken. Umstellungen müssten folglich behutsam, wohl durchdacht und nicht nach dem Versuch-und-Irrtum-Verfahren durchgeführt werden.
"Die neuen politisch Verantwortlichen zeigen sich zurzeit sehr bemüht, Verbesserungen bei der Bildung junger Menschen zu erreichen", sagt der VBE-Vorsitzende. Die Realisierung der vielen guten Absichtserklärungen werde hoffentlich nicht an den immer viel zu knappen Finanzmitteln scheitern.
Damit es bei den Lehrern künftig keine als äußerst ungerecht empfundene Unterschiede bei der Besoldung und der Unterrichtsverpflichtung mehr gibt, müssen nach Auffassung VBE notwendige Reformen ganz früh, bereits bei der Lehrerausbildung greifen. Solange man deutliche Gehaltsabstufungen mit einem unterschiedlich langen Studium "begründen" kann, werden diese Differenzen nicht beseitigt. Die alte Landesregierung habe mit dem ab dem Wintersemester 2011 auf acht Semester ausgeweiteten Studium für alle Grund-, Haupt- und Realschullehrer den Grundstein für mehr Gerechtigkeit bei den Pädagogen gelegt, so VBE-Chef Brand. Die neue grün-rote Regierung sollte den eingeschlagenen Weg nun konsequent weiter verfolgen.
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