Baden-Württemberg

VBE: Auch ohne Gipfel findet täglich Integration in den Schulen statt

"In Berlin findet zurzeit ein Integrationsgipfel statt; in den Schulen wird täglich Integration geübt, ohne dass große Worte darüber verloren wer­den", sagt der neue Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Gerhard Brand (Foto). Lehrer leisteten dabei Her­vorragendes. Als gemeinsamer Lern- und Lebensort sei insbesondere die Grundschule für Kinder aus allen Bevölkerungsschichten von großer Be­deutung für die Gesellschaft. Hier habe man bereits eine "Gemeinschafts­schule" für alle, ohne dass dies ideologisch irgendwie verdächtig wäre.

03.11.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Leider besteht permanent die Gefahr, dass die erfreulichen Sozialisations- und Er­ziehungserfolge der Grundschule durch das frühzeitige Schielen auf die weiteren Bildungswege nach der Grundschule unterlaufen werden. Die Grundschulen sind jedoch keine reinen Zulieferbetriebe für die Gymnasien, sondern haben einen eigenständigen wertvollen Bildungsauftrag.

Es werde höchste Zeit, so der VBE-Chef, dass die Schulpolitik endlich "vom Kopf auf die Füße gestellt wird". Auch wenn so gerne von Chancengleichheit gesprochen werde, ändere das nichts an der Tatsache, dass die Bildungschancen der Kinder heute nach wie vor besonders vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Bildungswege sichern, heißt in unserem Land, vor allem Statuspflege betreiben. Schulfragen werden fast nur aus gymnasialer Sicht gewichtet und erörtert.

Um die Arbeitsbedingungen an den Grundschulen weiter zu verbessern, sind nach Auffassung des VBE vor allem kleinere Klassen mit höchstens 22 Schülern notwendig. Volkshochschulkurse haben auch nicht mehr als 20 Teilnehmer.

"Die Senkung des Klassenteilers in der Grundschule von 31 auf 28 zum Schul­jahresbeginn war ein Schritt in die richtige Richtung", lobt Brand die Landesre­gierung.

Leistungsschwächere Schüler müssten sich künftig noch mehr auf ausreichen­de Hilfsangebote, auf begleitende Stütz- und Fördermaßnahmen verlassen kön­nen - unabhängig vom finanziellen Spielraum ihrer Eltern. "Da ist die Schule gefordert", so der VBE-Chef. Und da die Schule dies alles alleine nicht stemmen könne, müsse die Politik rasch die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.


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