VBE begrüßt, dass FDP die Grundschulzeit verlängern will

"Wenn der kleinere Regierungspartner FDP mittlerweile auf die Stimmen der Vernunft hört und nun für eine Verlängerung der Grundschulzeit plä­diert, dürfe sich auch die CDU nicht länger dagegen verwahren", reagierte der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Rudolf Karg, auf die jüngsten Äußerungen des FDP-Fraktionschefs Ulrich Noll.

19.09.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Als gemeinsamer Lern- und Lebensort für Kinder aus allen Bevölkerungsschich­ten sei die Grundschule von großer Bedeutung für die Gesellschaft, stellt Karg fest. Leider werden die erfreulichen Erziehungs- und Sozialisationserfolge die­ser Schulart durch die frühe Fixierung auf das Übergangsverfahren in die wei­terführenden Schulen immer wieder konterkariert. Sinn und Zweck der Grund­schule sei es nicht, Schüler auf das Gymnasium vorzubereiten. Die Grundschule habe einen eigenständigen ganzheitlichen Bildungsauftrag. Nicht die Selektion unter dem Deckmäntelchen der Begabtenförderung sei ein wichtiges Merkmal guter Grundschularbeit, behauptet der VBE-Vorsitzende, sondern die Entwick­lung einer pädagogischen Kultur, in der Gelungenes hervorgehoben und Leis­tungen in Bezug auf die individuellen Ausgangssituationen der Schüler gewür­digt werden. Auch wenn so gerne von Chancengleichheit gesprochen werde, än­dere das nichts an der Tatsache, dass die Bildungschancen der Kinder immer noch stark vom Einkommen der Eltern abhingen. Leider sei der Bildungsweg des Kindes für die meisten vor allem eine Statusfrage. Nach dieser Devise han­delten auch viele Politiker, so Karg, denn Schulfragen werden mit Vorliebe le­diglich aus gymnasialem Blickwinkel erörtert und gewichtet. Die Grundschule sei jedoch kein Vorgymnasium, kein reiner Zulieferbetrieb für eine gymnasiale Laufbahn, wobei dann alles andere bedeutungslos werde.

Um die Arbeitsbedingungen an den Grundschulen zu verbessern, sind nach Auf­fassung des VBE neben der Verlängerung der Zeit des gemeinsamen Lernens vor allem kleinere Klassen mit höchstens 22 Schülern notwendig. Außerdem müssten sich leistungsschwächere Kinder auf schulische Hilfsangebote im regu­lären Unterricht sowie in zusätzlichen Stütz- und Förderkursen verlassen kön­nen. Es gelte, möglichst alle Schüler erfolgreich zu fördern - unabhängig von de­ren Herkunft und den finanziellen Möglichkeiten der Eltern.


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