Baden-Württemberg

VBE: Bei Klassenfahrten gilt "Sicherheit vor Sonderpreis"

Jetzt, wenn das Wetter wieder freundlicher wird, planen Klassen einen Jah­resausflug oder unternehmen Lernfahrten zu Gedenkstätten, Museen oder Sehenswürdigkeiten. Dafür wird in der Regel ein Omnibus gechartert. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg rät, Angebote von Busunternehmen für Klassenfahrten kritisch zu prüfen und grundsätz­lich der Sicherheit vor einem Dumpingpreis den Vorzug zu geben.

04.04.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

"Beim Vergleichen der Angebote sollte auf keinen Fall nur auf den Preis für die Busfahrt geschaut werden", warnt VBE-Landeschef Gerhard Brand. "Die Si­cherheit muss absoluten Vorrang haben, damit die Klassenfahrt tatsächlich zu einem Höhepunkt im Schuljahr werden kann." Darüber müsse zwischen Lehrern und den Eltern, die die Fahrt für die Schüler bezahlen, Einvernehmen herrschen. Auf Kosten der Gesundheit von Schülern und Begleitpersonen dürfe nicht ge­spart werden.

Es ist sinnvoll, wenn sich die Organisatoren vorher über die Sicherheitsbestim­mungen für Reisefahrzeuge und die Anforderungen an Busfahrer kundig ma­chen und die Einhaltung der Vorschriften - wie Pausenzeiten der Fahrer - ein­fordern. "Das Motto für die Klassenfahrt kann generell nur lauten: Sicherheit vor Sonderpreis", legt Brand die Prioritätenliste fest. Geiz wäre in diesem Fall alles andere als "geil" und könnte sogar gesundheitsgefährdend sein.

Der VBE erwartet von den Busunternehmern eine seriöse und sichere Durch­führung aller Klassenfahrten. Bei offensichtlichen Mängeln wie abgefahrenen Busreifen oder einem alkoholisierten Fahrer - was glücklicherweise sehr selten vorkommt - sollte aber noch vor Reiseantritt über die örtliche Polizei eine Si­cherheitskontrolle angefordert werden.

Knallharter Konkurrenzkampf, der auf dem Rücken der Busreisenden ausge­tragen wird und zu Lasten der Gesundheit aller geht, kann gemeingefährlich werden. "Die Qualität der Angebote definiert sich in erster Linie über die aktive und passive Sicherheit der Fahrgäste", unterstreicht Brand. Der VBE-Vorsitzen­de warnt davor, sich durch den gleichzeitigen Abschluss einer Reiseunfallversi­cherung mehr Sicherheit für die Klassenfahrt vorgaukeln zu lassen. Das eine habe mit dem anderen nur sehr wenig zu tun.


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