VBE-Chef lobt Konzept der Grundschule
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg bezeichnet anlässlich der jetzt bekannt gemachten guten Ergebnisse der IGLU-Studie die Grundschule als ein "echtes Erfolgsmodell". VBE-Chef Rudolf Karg wörtlich: "Die Grundschule als Schule für alle setzt am besten den pädagogischen Auftrag um, jedes Kind in seiner Einzigartigkeit zu fördern und zu fordern." Lediglich der viel zu hohe Klassenteiler von 31 Kindern bereite Eltern und Lehrern nach wie vor erhebliche Sorge, da er eine noch intensivere Förderung und ein noch größeres individuelles Eingehen auf den jeweiligen Schüler erschwere.
29.11.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergKinder lernten zwar sehr gern in einer Gruppe, aber bei bis zu 31 Schülern in einer Klasse sei die "Wohlfühlgrenze" für alle Beteiligten überschritten, moniert Karg. Der Klassenteiler gehöre unbürokratisch schnell auf unter 25 gesenkt.
Durch ideenreichen Unterricht, vielfältige Projektarbeit und enge Zusammenarbeit mit den Eltern stellten sich die Grundschullehrerinnen - es sind in der Regel Frauen - erfolgreich auf die Schüler ein, lobt der VBE-Chef. "In Grundschulen gelingt es, Freude am Leistungsgedanken zu wecken und die Stärken des einzelnen Kindes hervorzulocken." Der VBE-Vorsitzende warnte jedoch davor, die Grundschulen zu stark unter Druck zu setzen und sie zu reinen Zulieferanstalten für höhere Schulen umzufunktionieren. "Es muss endlich Schluss damit sein, jede Tätigkeit des Grundschülers auf die mögliche Verwertbarkeit für eine Gymnasialempfehlung in Klasse vier abzuklopfen", wettert Karg.
Auch die meistens Pädagogen empfinden es als ärgerlich, dass die Grundschulzeit von der Jagd nach der "richtigen" Bildungsempfehlung überschattet wird. Dies verhindert ein entspanntes und damit noch effizienteres Arbeiten und Lernen. "Die Grundschule ist kein Vorgymnasium, sondern eine eigenständige Schulart", unterstreicht der VBE-Landesvorsitzende. Die Lehrer wünschten sich genauso wie die meisten Eltern, dass die Freude, die Neugier, die Spannung und die Begeisterung der Kinder, die sie bei der Einschulung gezeigt haben, möglichst lange erhalten bleiben.
In die Grundschule gehörten deshalb nach Auffassung des VBE die besten Lehrkräfte. Zurzeit werden Grundschulpädagogen nicht so lange ausgebildet wie Gymnasiallehrer. "Kein Mensch käme auf die Idee, einen Kinderarzt oberflächlicher und kürzer auszubilden, nur weil er lediglich für Kleine zuständig ist", moniert der Verbandschef.
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