VBE: Eltern am Schuleschwänzen ihrer Kinder häufig nicht ganz unschuldig

Die Schule zu schwänzen ist für manchen Schüler heute nichts Ungewöhn­liches. Experten gehen von rund fünf bis zehn Prozent aus. Erschreckend sei jedoch das mangelnde Unrechtsbewusstsein der Ertappten, bemängelt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Häufig werde von den Eltern der Schwänzer der Nährboden für dieses letztendlich sich selbst schädigende Fehlverhalten gelegt.

18.06.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Wenn Eltern damit konfrontiert werden, dass ihr Kind die Schule schwänzt, fal­len sie meist aus allen Wolken und sind entsetzt, dass ausgerechnet ihr Kind ge­gen Recht und Ordnung verstößt. Oft wird dieses Fehlverhalten der Schüler von deren Erziehungsberechtigten aber regelrecht antrainiert, wenn auch unbewusst.

Eltern, die ihr Kind bei kleinsten Missstimmungsäußerungen oder nur leichten Befindlichkeitsstörungen nicht zum Unterricht schicken und es wegen "Krank­heit" entschuldigen, bereiten dem späteren Schuleschwänzen den Nährboden. Mit zunehmendem Alter nehmen sich diese "in Watte gepackten" Schüler schon bei den geringsten zu erwartenden Schwierigkeiten ihre Auszeit, um der unange­nehmen Situation aus dem Weg zu gehen. Die Hemmschwelle, sich selbst zu be­urlauben, sinkt, die Fehlzeiten werden häufiger und länger. Jetzt setze ein Teu­felskreis ein, beklagt der VBE-Sprecher, denn durch die längere Abwesenheit bekommen die Schüler immer weniger vom Unterrichtsstoff mit, schrieben noch schlechtere Noten, und der Schulverdruss werde verstärkt. Schüler, die sich für ihr Verhalten noch schämten, trauten sich ohne pädagogische Unterstützung nicht in die Klasse zurück. Die Folge sei weiteres Schwänzen. Der soziale Ab­stieg manifestiere sich. Es sei ein offenes Geheimnis, so der VBE-Sprecher, dass die meisten jugendlichen Kriminellen ihre "Karriere" mit Schuleschwänzen be­gonnen haben.

Bisweilen zeigen Eltern durch ihr schlechtes Vorbild, dass Schule für sie nicht wichtig ist. Wenn vor oder nach Ferienblöcken der Familienurlaub eigenmächtig verlängert und das Fehlen der Kinder beim Klassenlehrer von den Eltern mit "Krankheit" entschuldigt wird, lernen die Schüler von ihren Erziehungsberech­tigten, dass man mit Lug und Trug seinen Kopf durchsetzen kann. "Wenn die Kinder später dieses Tricksen dann auch für sich in Anspruch nehmen, sind die Eltern plötzlich hellauf entsetzt", so der VBE-Sprecher.


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