VBE hält Verbesserungen zum neuen Schuljahr für unzu­reichend - viele arbeitslose Lehrer wären einsatzbereit

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt, dass die Landesregierung zum neuen Schuljahr einige Verbesserungen um­setzt, sieht aber nach wie vor erheblichen Handlungsbedarf, um die Quali­tät der Schulen zu steigern. Wenn drei Viertel aller Be­werber für Grund- und Hauptschulen vom Land keine Stelle bekommen ha­ben, ob­wohl sie für den Unterricht dringend benötigt würden, ist das bedenklich.

09.09.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Der VBE begrüßt ausdrücklich, dass Lehrer mit einem vollen Deputat jetzt wie­der wenigstens ab dem 58. Lebensjahr eine Stunde Altersermäßigung erhalten. Erst 2003 war diese sinnvolle Entlastungsstunde - damals noch für alle Pädago­gen ab 55 Jahre - er­satzlos ge­strichen worden.

Der VBE sieht es als einen richtigen, aber längst überfälligen Schritt an, dass der Klassenteiler jetzt sukzessive gesenkt wird. Es ist jedoch unverständlich, wa­rum diese notwendige Maßnahme an Grundschulen erst ab 2011 beginnen soll.

Der VBE findet es positiv, dass den überlasteten Schulleitungen mehr Leitungs­zeit zugestanden wird. Aber die Erhöhung der Anrechnungsstunden um ledig­lich zwei Zehntel pro Klasse ist bei schwieriger gewordenen Schülern und zu­nehmenden Verwaltungsaufgaben entschie­den zu gering ausgefallen.

Der VBE weiß es zu schätzen, dass die Kärrnerarbeit der Hauptschulpädago­gen mit der Besoldungsstufe der Realschullehrer - A13 - endlich eine finanzielle Aufwertung erfährt. Der VBE hält jedoch im Hinblick auf die Gleichwertigkeit der Schularten die Begrenzung der Begünstigten auf lediglich 20 Prozent des Hauptschulpersonals für fatal und für die Motivation der großen Zahl der nicht höher gestuften Lehrkräfte für ab­solut kontraproduktiv.

Die Einführung der neuen Werkrealschule ist für den VBE keine echte Auf­wer­tung der von allen immer mehr gemiedenen Hauptschule, zumal an dieser Schulart der Werkre­alschulabschluss am Ende der zehnten Klasse bereits seit Jahren ver­geben worden ist. Dieses Schulart-Imitat stiftet bloß Verwirrung.

Der VBE hält es für unerlässlich, dass bei krankheitsbedingten Ausfällen des Lehrper­sonals den Schulen eine ausreichend starke "Lehrerfeuerwehr" verläss­lich zur Verfügung steht. "Wenn es genügend Lehrer gibt, die aber nicht einge­stellt werden, ist es unzufriedenen Eltern nicht zu vermitteln, warum immer wie­der so viel Un­terricht ausfallen muss", moniert VBE-Chef Rudolf Karg.


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