VBE: Häufige Unterrichtsausfälle sind deutliche Zeichen für zu knapp bemessenes Personal

Der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE) versteht den Unmut der Eltern über den Unterrichtsausfall an den Schulen, sieht jedoch auch, dass immer mehr Pädagogen immer wieder zu Vertretungen herangezogen werden oder gar zwei Klassen gleichzeitig betreuen müssen und dadurch zu ihrem ohnehin nicht einfachen "Job" deutlich zusätzlich belastet werden.

25.01.2008 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

"Motoren, die ständig Volllast gefahren oder immer wieder überdreht werden, geraten schneller ins Stottern und verschleißen vorzeitig", warnt VBE-Chef Rudolf Karg (Karlsruhe), "und wie die Praxis zeigt, nehmen Unterrichtsausfälle gerade auch wegen Erkrankungen von Lehrkräften zu." Wenn Kollegen nun die­se wieder zusätzlich vertreten müssen, werde ein für die Schule unguter Prozess in Gang gesetzt.

Der VBE wendet sich in aller Deutlichkeit gegen jegliche Tendenz zur "Ent­professionalisierung" des Lehrerberufs. Ehrenamtliche, Jugendbegleiter, außer­schulische Experten und Lehrbeauftragte können Ergänzungen im Schulalltag sein, mit ihnen lasse sich jedoch nicht verlässlich auf Dauer professionell Schule machen. Pädagogische "Schnellbleichen" für das Lehrpersonal lehnt der VBE grundsätzlich - auch im Interesse der Schüler - ab.

Absichtserklärungen anderer Bundesländer, Lehrer selbst ohne pädagogische Vorbildung zur Abhilfe des Mangels einstellen zu wollen, sind eindeutige Zeichen völliger Hilflosigkeit. Dies sei der absolut falsche Weg, stellt der VBE fest. Karg wörtlich: "Es ist untragbar, eher haushälterische als pädagogische Maßstäbe an die Profession der Lehrkräfte anzulegen."

Um Schulen in ihrer Entwicklung weiter voran zu bringen, benötige man wissenschaftlich ausgebildete, kompetente und methodisch-didaktisch versierte Pädagogen in ausreichender Zahl für die jeweiligen Fächer.


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