VBE: Kleinere Klassen sind kein Luxus, sondern pädagogisch notwendig

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg hat große Sympathie und noch mehr Verständnis für die Sorgen der Eltern, die jetzt 54.000 Unterschriften für kleinere Klassen gesammelt haben, und unter­stützt deren Forderung nach besseren Lernbedingungen an den Schulen mit Nachdruck. "Kleinere Klassen sind absolut kein Luxus, sondern sinn­voll und pädagogisch notwendig", versichert VBE-Chef Rudolf Karg.

10.10.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Es ist zynisch, wenn Forderungen nach Senkung des Klassenteilers damit abge­schmettert werden, dass die Klassengröße angeblich keinen Einfluss auf den Un­terrichtserfolg habe. Karg wörtlich: "Wer so etwas als unumstößliche Tatsache hinstellt, hat wahrscheinlich noch nicht wirklich den Unterschied zwischen einer Schulstunde in einer übervollen Klasse mit 33 Kindern und in einer mit nur 22 Schülern am eigenen Leib über längere Zeit erfahren."

Selbst wenn die Statistik von mehr Klassen unter 30 als über 30 ausgeht, so gibt es doch erschreckend viele, in denen Aufmerksamkeit und Zuwendung des Leh­rers durch eine viel zu große Zahl an Kindern geteilt werden müssen.

Außerdem sind da noch verstärkt Schüler mit Sprachdefiziten und Konzentrati­onsschwäche, mit Kontaktschwierigkeiten, mit Essstörungen oder Suchtproble­men, mit Lernbehinderungen respektive motorischen Störungen, vereinzelt auch Jugendliche mit extrem negativer Einstellung zu sich selbst oder zur Gesell­schaft. Es gibt Schüler, die den Lernanforderungen nicht entsprechen und trotz­dem nicht genü­gend Begleitung und Unterstützung erfahren dürfen. Es gibt Kin­der und Jugend­liche aus Elternhäusern, in denen der Erziehungsauftrag nur ein­geschränkt oder gar nicht wahrgenommen wird, in denen elementare Grundbe­dürfnisse nach Nahrung, Hygiene und Zuwendung vernachlässigt werden.

Die Zahl der Schüler mit individuellem Förderbedarf, denen man in viel zu gro­ßen Lerngruppen nicht gerecht werden kann, ist zu hoch. "Bis zu 33 Schüler in einer Klasse sind pädagogisch heute nicht mehr zu verantworten. Punkt!", sagt der VBE-Vorsitzende in aller Deutlichkeit. In der Erwachsenenbildung sind 20 Teilnehmer meist die Obergrenze für einen Kurs, und dort sind in der Regel alle freiwillig da und allein schon aus diesem Grund hochmotiviert.


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