Baden-Württemberg

VBE: Lehrer dürfen immer weniger AG-Stunden halten

Wenige Tage vor Schuljahresschluss sieht der Verband Bildung und Erzie­hung (VBE) Baden-Württemberg große Planungsunsicherheiten bezüglich des neuen Schuljahres. Nach der vom Kultusministerium durchgedrückten drastischen Kürzung der Mittel für Lehrbeauftragte wissen Rektoren nicht, in welchem Umfang oder ob überhaupt Arbeitsgemeinschaften (AGs) für Schüler angeboten werden können. Das ist besonders für Ganztagesschulen, die aufgrund ihres pädagogischen Konzeptes dringend auf Lehrbeauftragte angewiesen sind, ein unerträglicher Zustand.

14.07.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Seit einiger Zeit werden die Lehrerstunden für AGs im Ergänzungsbereich kon­tinuierlich und für alle schmerzlich spürbar zurückgefahren. Als Folge davon setzen die Schulen statt auf Lehrer vermehrt auf ehrenamtliche Lehrbeauftragte, die lediglich eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten und für das Land des­halb wesentlich kostengünstiger sind als voll ausgebildete Pädagogen.

Jetzt wurden im laufenden Haushaltsjahr die Mittel für Lehrbeauftragte um ein Drittel gekürzt. Das heißt in der Praxis für sehr viele Schulen im Land, dass nach den Sommerferien keine pädagogischen Angebote mehr gemacht oder nur sehr wenige AG-Stunden gehalten werden können. Das ist besonders für die Schulen bitter, die im Interesse von Eltern und Alleinerziehenden und der po­litisch gewollten Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf eine verlässliche Ganztagesbetreuung gesetzt haben und nun plötzlich ohne Personal beziehungs­weise ohne das nötige Geld fürs vorhandene Personal dastehen.

Um diesem Missstand abzuhelfen, sei nicht die Fantasie der Schulleiter gefor­dert, sondern ausschließlich die Landesregierung mit der Übernahme der finan­ziellen Verantwortung. Das Kultusministerium müsse sich schon die Frage ge­fallen lassen, wie ernst es der Behörde mit der Unterstützung der Schulen sei, rüffelt VBE-Chef Rudolf Karg (Karlsruhe) die unsägliche Sparmaßnahme. Der VBE sehe seit Jahren die Diskrepanz zwischen den blumigen Reden gewisser Politiker und der nüchternen Realität an der Bildungsfront. Ein Land, das sich den Titel `Kinderland´ auf die Fahnen geschrieben und Bildung zum wichtigsten Gut erklärt habe und dann den für den reibungslosen Schulbetrieb benötigten Lehr­beauftragten nicht einmal mehr sieben Euro Aufwandsentschädigung aufs Konto überweisen könne, stelle sich selber ein Armutszeugnis aus.


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