VBE: Lehrer keine Alleskönner, sondern "nur" Fachleute für Bildung und Erziehung

Die Lehrer sollten einiges für ihr Image tun, um die Attraktivität des Be­rufsstandes mehr zu steigern, ist ein Fazit der jüngsten Allensbacher Um­frage. "Dabei kommen Lehrer heute immer mehr in Rechtfertigungszwang, müssen sich von besorgten Eltern anhören, wie guter Unterricht zu funkti­onieren habe, welche Erziehungsmaßnahmen im Klassenzimmer die einzig richtigen seien", bemängelt der Sprecher des Verbandes Bildung und Erzie­hung (VBE). Obendrein solle Schule stets "Spaß" machen und möglichst alle Schüler ohne große Anstrengungen zum Abitur führen.

27.03.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Guter Unterricht darf zwar "Spaß" machen, aber Lehrer sollten sich nicht zu Clowns machen müssen, ständig in die Rolle eines Quizmasters oder Entertai­ners schlüpfen, um Lernerfolge bei den Schülern zu erzielen. Lehrer sind keine Animateure, aber auch keine Therapeuten und Ersatzeltern. Schule muss gezielt der immensen Reizüberflutung durch schnelle Schnitte und grelle Bilder in Film und Fernsehen, der Dauerberieselung mit Musik, der allgemeinen Unruhe und hektischen Orientierungslosigkeit entgegenwirken, sagt der VBE-Sprecher.

Der VBE appelliert an Politik und Gesellschaft, von ständig neuen Forderungen an Schule und Lehrerschaft Abstand zu nehmen und realistische Ziele zu setzen. Lehrer können nicht jedes Problem der Gesellschaft lösen und schon gar nicht jeden Wunsch der Wirtschaft erfüllen. Lehrer sind weder die großen Alleskön­ner noch magische Wunderheiler, sondern Fachleute für Bildung und Erziehung.

Der VBE fordert für die Arbeit mit den Schülern mehr Unterstützung durch So­zialpädagogen und Schulpsychologen, kleinere Klassen mit höchstens 25, besser 20 Schülern sowie spürbare Entlastungen für Lehrer.

Der VBE verwahrt sich dagegen, wenn Bildungsplaner das Schulwesen nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen ausrichten wollen. Dies erhöht den Druck auf Lehrkräfte und Schüler, verbessert jedoch keinesfalls die Leistungsfähigkeit der Schulen. Eine Bildungspolitik, die sich lediglich an den Kosten orientiert, verschärft die soziale Selektion und unterläuft die Integrationsbemühungen der Schulen.


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