VBE mokiert sich über den Finanzminister
Erneut hat Finanzminister Willi Stächele (CDU) einen Vorstoß gestartet, Führungspositionen im Beamtenbereich nur auf Zeit zu vergeben. Gleichzeitig sucht sein Kabinettskollege, Kultusminister Helmut Rau, händeringend Beamte, die im Schuldienst überhaupt eine Führungsposition übernehmen wollen. Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg fragt man sich, ob der Finanzminister so stark von Misswirtschaft treibenden Bankenmanagern aufgeschreckt worden ist, dass er sogar eine Änderung des Grundgesetzes in Angriff nehmen will, um bei seinen Beamten Führungspositionen künftig zeitlich befristen zu können.
10.08.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergIn letzter Zeit ist es immer schwieriger geworden, geeignetes Führungspersonal im Schulbereich zu finden. Die wenigsten Lehrer wollen unter den augenblicklichen Arbeitsbedingungen selber Chef. Für eine "nachhaltige" positive Schulentwicklung benötigt ein Rektor neben der äußeren Unabhängigkeit sehr viel Zeit. Eine Schule kann man nicht erfolgreich "bis auf Weiteres" und auf Abruf leiten. Rektoren sind keine Vorstandsvorsitzenden in einem Aufsichtsrat.
Schulleiter benötigen neben einer soliden Aus- und Fortbildung in Personalführung, Rechts- und Haushaltsfragen sowie Schulmanagement die Sicherheit, kontinuierlich an ihren Aufgaben arbeiten zu dürfen. Um die innere Schulentwicklung im notwendigen Umfang voranzutreiben und die permanent wachsenden Aufgaben im pädagogischen und administrativen Bereich effektiv erledigen zu können, sollte ein Schulleiter nicht durch eine zeitliche Limitierung der Berufung eingeengt werden. Insofern begrüßt der VBE auch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen eine Befristung der Leitungszeit ausdrücklich.
Eine zeitliche Begrenzung der Leitungsfunktion, wie von Stächele angedacht, würde die wenigen potenziellen Bewerber unter Lehrern vollends abschrecken. Um mögliche Fehlbesetzungen korrigieren zu können, gibt es bereits eine zweijährige Probezeit für Rektoren, die sogar deutlich länger ist als in anderen Berufssparten. Sollte sich in dieser Zeit die neue Schulleitung bewährt haben, kann man davon ausgehen, dass diese auch künftig zum Wohle der Schule arbeiten wird.
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