VBE moniert: Die Hauptschüler werden gar nicht gefragt
Über die Hauptschule wird schon eine Weile wie über eine Krankheit debattiert, die man möglichst schnell loswerden möchte. Wie sich die "betroffenen" Schüler dabei fühlen, werde viel zu wenig berücksichtigt, moniert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Es wäre sicher nicht verkehrt, die Hauptschüler mit in die Diskussion über die Zukunft der Schularten einzubinden. Manchem Hauptschüler würde es nämlich durchaus Kopfschmerzen bereiten, mit Realschülern in den Wettbewerb um bessere Noten einsteigen zu müssen. Hauptschüler, die sich bisher von ihren Lehrern angenommen, gefördert und gut begleitet fühlen, leiden vor allem unter dem schlechten Ruf dieser gern geschmähten Schulart.
26.02.2008 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDie Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems wird in Baden-Württemberg nicht generell und nicht von allen gefordert, auch wenn es in den Medien oft so rüber kommt. Unter den "rebellischen Schulleitern" aus Oberschwaben sind keine Gymnasial- oder Realschulrektoren, die die Dreigliedrigkeit in der Regel mit Zähnen und Klauen verteidigen. Viel zu sehr spielen bei der Strukturdebatte Ideologien, Ängste und handfeste Eigeninteressen eine tragende Rolle. Tief lässt die Aussage eines Realschulvertreters zur der jetzt bei Modellschulen möglichen Kooperation von Haupt- und Realschule blicken: "Wenn man einen Kranken zu einem Gesunden ins Bett legt, wird der Kranke nicht gesund…"
Viele äußern sich zur Schulstruktur, die betroffenen Hauptschüler sind jedoch noch gar nicht gefragt worden. Hauptschüler sind weder fauler noch frecher als die Schüler anderer Schularten, müssen aber um ihre gesellschaftliche Anerkennung und um eine Lehrstelle deutlich mehr ringen als Realschüler und Gymnasiasten. Hauptschüler möchten gleichfalls stolz auf ihre Schulart sein können, fühlen sich jedoch häufig diskriminiert. Wäre die Hauptschule eine echte Angebotsschule mit kleineren Klassen, attraktiven und interessanten Unterrichtsfächern sowie mit einer guten Perspektive für die Berufswahl müsste sie nicht so ums Überleben kämpfen. Auch die aktuellen Hauptschultage können diese Schulart nicht auf Platz eins der Beliebtheitsskala befördern, obwohl in allen Veranstaltungen vermittelt wird, welch gute Arbeit an den Hauptschulen geleistet wird.
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