VBE: Nicht nur Zuwandererkinder benachteiligt
Statistiker gehen davon aus, dass hierzulande gut fünfzehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Armut aufwachsen. Schüler aus Familien mit geringerem Einkommen haben Probleme mit der Teilnahme an Klassenausflügen, Theaterfahrten oder Schullandheimaufenthalten. Durch das beschränkte Familienbudget fällt es ihnen schwerer, Kontakte zu Klassenkameraden außerhalb der Schule zu pflegen. "Sie können sich selten die Markenkleidung oder die Top-Handys leisten, die Schüler in der Regel haben müssen, um von der Clique voll akzeptiert zu werden", behauptet der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg.
15.05.2008 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergBei Kindern und Jugendlichen aus ärmeren Familien werde häufiger Fehl- oder Mangelernährung festgestellt, meist fallen sie auch schneller durch Verhaltens- oder Lernstörungen auf. Es müsse von Seiten der Politik alles versucht werden, die sozialen Benachteiligungen dieser jungen Menschen, die es nicht nur bei Zuwandererfamilien gibt, durch die Schule kompensieren zu lassen, es den Schülern zu ermöglichen, den Kreislauf der Armut durch eine solide Ausbildung zu durchbrechen und ihnen so eine vernünftige Berufs- und Lebenschance zu geben, mahnt der VBE-Sprecher.
Die Pädagogen müssten deshalb in die Lage versetzt werden, sich intensiver um diese Kinder zu kümmern. Um sozial Benachteiligte besser fördern zu können, sollten die Lehrer noch mehr auf jedes einzelne Kind individuell eingehen können. Deutlich kleinere Klassen und mehr Zeit - und damit weniger Unterrichtsverpflichtung für die Pädagogen - sind nach Auffassung des VBE unabdingbare Voraussetzungen dafür. Ein weiteres wichtiges Angebot sei die Schulsozialarbeit, die eine verstärkte Prävention sowie die enge Kooperation mit der Familien- und Jugendhilfe ermögliche, unterstreicht der VBE-Sprecher. Hier könne und müsse noch sehr viel getan und auch erreicht werden. Leider habe sich das Land schon vor einiger Zeit völlig aus der finanziellen Verantwortlichkeit gestohlen und die Kosten für diese pädagogisch wertvolle Einrichtung den unter chronischem Geldmangel leidenden Kommunen aufs Auge gedrückt. "Solche fiskalischen `Schwarze-Peter-Spiele´ gehen letztlich immer zu Lasten der sozial Benachteiligten", moniert der VBE-Sprecher.
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