VBE: Weil Kindererziehung heute schwieriger denn je ist, müssen Eltern und Lehrer umso mehr zusammenarbeiten
Wenn man Eltern heute die mangelnde Erziehung der Kinder und Jugendlichen zum Vorwurf macht, fühlen sich meist die Mütter und Väter angegriffen, die das immer schwieriger werdende Geschäft der Kindererziehung noch verantwortungsvoll wahrnehmen, bedauert der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Rudolf Karg. Lehrer und Eltern sollten sich nicht gegenseitig Schuldzuweisungen an den Kopf werfen, sondern gemeinsam versuchen, die Kinder und Jugendlichen zu mündigen Bürgern zu bilden und zu erziehen. Dabei müssten alle an einem Strang ziehen: Eltern, Lehrer und auch die Politiker.
29.06.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg"Wer Kinder und Jugendliche zu selbstständig denkenden und mündig handelnden Bürgern heranwachsen sehen will, muss Wert auf eine gute Erziehung als Grundlage für eine umfassende Bildung der jungen Menschen legen", betont VBE-Vorsitzender Rudolf Karg. Dabei seien zuvörderst die Eltern in der Pflicht, staatliche Institutionen unterstützten diese subsidiär. Die ersten drei Lebensjahre gelten als die prägendsten, und ohne engagierte liebevolle Eltern oder andere aktiv betreuende Familienmitglieder könne sich kein Kind so positiv entwickeln, wie es für den neuen Erdenbürger notwendig ist und gut wäre.
So wie die Pflege und Erziehung der Kinder das natürliche Recht der Eltern und deren Pflicht ist, so ist die Erziehung der Schüler neben der Bildung heute ein unverzichtbarer Teil des schulischen Auftrages. Beides gelingt umso besser, je mehr sich Elternhaus und Schule als Partner achten und zur konstruktiven Zusammenarbeit bereit sind. Eltern und Lehrer sollten sich, so der VBE-Chef, zum Wohle des Kindes auf gemeinsame Erziehungsziele verständigen und versuchen, diese mit freundlicher Konsequenz einzuhalten. Ein pädagogischer Minimalkonsens erleichtere die Arbeit für alle Beteiligten.
Für das Gelingen von Bildung und Erziehung müssen ebenso der Finanzminister wie die Kultusbehörde in die Pflicht genommen werden, heißt es von Seiten des VBE. Alles Sparen im Bildungsbereich gehe immer zuerst zu Lasten der Schüler, im Endeffekt aber zu Lasten der Gesellschaft. Es sei nicht gut, wenn die Klassen zu voll gestopft werden, den Pädagogen immer weniger Zeit für ausführliche Gespräche mit Eltern und Schülern bleibt und Unterricht bei Krankheit wegen ungenügender Lehrerreserven ausfallen muss. Außerdem fehlen bereits an den Grundschulen ausreichende Stütz- und Förderkurse, um Schwächeren gezielt und dauerhaft helfen zu können. Das jetzt angekündigte zusätzliche Stundenkontingent in Mathematik und Deutsch für Hauptschulklassen sei gut angelegtes Geld, versichert Karg.
Der VBE kritisiert, dass aus finanziellen Gründen den meisten Schulen im Land die dringend notwendige Schulsozialarbeit vorenthalten wird, vorhandene Stellen nicht mehr bezuschusst und damit in der Regel zum Sterben verurteilt sind. Obendrein fehlt es an wirkungsvoller schulpsychologischer und arbeitsmedizinischer Unterstützung für die Lehrkräfte.
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