VBE weiß: VERA macht Lehrer nicht glücklich
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht wenig Akzeptanz bei den Pädagogen für die jetzt stattgefundenen bundesweit einheitlichen VERgleichsArbeiten für Drittklässler in Deutsch und Mathematik (VERA). Dabei stößt den Pädagogen vor allem sauer auf, dass diese Arbeiten Inhalte aufgreifen, die in manchen Klassen erst nach den Vergleichstests oder gar nicht in der Grundschule behandelt werden.
22.05.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergArgwöhnisch beobachten die Pädagogen eine zunehmende "Testeritis" in den Schulen, seien es nun die Vergleichs- oder Diagnosearbeiten, Bildungsstandards oder zentrale Klassenarbeiten, Selbst- und Fremd-Evaluationen, Kompetenzanalysen oder allgemeine Erhebungen von außen. Dabei wird häufig leider auch vergessen, dass Lernstandserhebungen nicht dazu dienen, dass Schüler besonders fleißig für Tests büffeln, sondern dass Schulen aus den Ergebnissen eigentlich Erkenntnisse zur Verbesserung der Qualität von Unterricht erhalten sollen.
Und da sehen die meisten Pädagogen den Knackpunkt aller Erhebungen. Wenn schon diagnostiziert werden muss, danach aber nicht gezielt "therapiert" werden kann, laufen alle Tests mehr oder minder ins Leere. Wenn in Vergleichsarbeiten Inhalte abgefragt werden, die in der Klasse noch nicht behandelt worden sind, erzeugt dieses Nichtwissenkönnen bei Schülern Versagensgefühle, die gleichfalls nicht sehr motivierend wirken. Die Orientierungsarbeiten in Klasse vier hatte man damals mit aus diesem Grund abgeschafft. Wenn den Schulen einerseits durch die neuen Bildungspläne immer mehr Gestaltungsspielraum beim Kompetenzerwerb zugestanden werde, andererseits aber wegen der zentralen Lernstandserhebungen Inhalte zwangsläufig bundesweit im Gleichschritt gelernt werden müssten, passe da irgendetwas nicht so richtig zusammen, bringt der VBE-Sprecher den Unmut der Lehrkräfte auf den Punkt.
Ärgerlich sei auch, so der Verbandssprecher, dass immer mehr Testunterlagen nur noch elektronisch an die Schulen verschickt werden. Auf Kosten des Schulträgers müssen dann Handreichungen und umfangreiche Klassensätze heruntergeladen und ausgedruckt werden, was besonders für Schulen ohne schnellen Internetanschluss einen nicht unerheblichen Zeitaufwand bedeutet.
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