VBE zur Grundschulempfehlung: Bei der Schulartenwahl sich nicht von unerfüllten Karriereträumen leiten lassen
Bis spätestens Donnerstag müssen Eltern von Viertklässlern der Schule zurückmelden, ob sie mit der Grundschulempfehlung für ihr Kind einverstanden sind oder ob sie das Beratungsverfahren respektive eine Aufnahmeprüfung wünschen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) rät allen Eltern, bei der Wahl der künftigen Schulart die Leistungsfähigkeit des Schülers und nicht dessen Leidensfähigkeit zum Maßstab zu nehmen.
08.03.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergEltern sind nach Erfahrung des VBE vor allem dann unzufrieden und fordern die Freigabe der Schulartenwahl, wenn die Grundschulempfehlung für das Kind ausschließlich den Besuch der Hauptschule zulässt. Manche Eltern erliegen auch der Gefahr, durch zu großen Ehrgeiz Schulversager zu produzieren. Sie sollten sich, so VBE-Chef Rudolf Karg, nicht von eigenen unerfüllten Karriereträumen oder von einem am Abitur ausgerichteten Prestigedenken leiten lassen, sondern sich ausschließlich an der Begabung des Kindes und dessen schulischer Leistungsfähigkeit orientieren und auf keinen Fall auf die unendliche Leidensfähigkeit des Schülers vertrauen.
Es darf nicht Ziel aller Bemühungen während Grundschulzeit sein, dass das Kind in der vierten Klasse eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium erhält, koste es, was es wolle. Nach Auffassung des VBE fängt der Mensch nicht erst beim Gymnasiasten an. Auch ist die Bildungsempfehlung für das Gymnasium kein Garantieschein für ein bestandenes Abitur. Vor diesem "Traumziel" warten acht arbeitsintensive Schuljahre. In Baden-Württemberg gibt es unter dem Motto "Kein Abschluss ohne Anschluss" verschiedene anerkannte Wege zum Abitur - etwa über berufliche Gymnasien im Anschluss an eine mit guten Abschluss verlassene Realschule, Werkrealschule oder zweijährige Berufsfachschule.
Der direkte Weg zur Reifeprüfung über das allgemein bildende Gymnasium ist nicht für jedes Kind der beste, vor allem wenn der Schüler das Klassenziel stets nur mit Ach und Krach oder mit dauernder Nachhilfe erreicht. Leistungsmäßig permanent überforderte Kinder sind frustriert, haben keine Freude am schulischen Lernen mehr und gefährden daheim sogar den Familienfrieden wegen ständig verhauener Klassenarbeiten und beim täglichen Kampf mit scheinbar unlösbaren Hausaufgaben.
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