Wacker gegen Pflicht zum Instrumentenlernen
Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL hat sich gegen einen verpflichtenden Instrumentalunterricht an den Grundschulen ausgesprochen. "Musikalische Bildung, die Spaß machen soll, verträgt keinen Zwang", sagte Wacker zur heutigen Forderung der Grünen-Landtagsfraktion, allen Schülerinnen und Schülern das Erlernen eines Instruments vorzuschreiben. Die positiven Wirkungen der musikalischen Erziehung auf das Sozialverhalten und die kognitiven Fähigkeiten junger Menschen drohten verloren zu gehen, wenn das Instrumentenspielen angeordnet würde. Das Land setze vielmehr darauf, durch eine früh einsetzende musikalische Elementarbildung das Interesse für das Erlernen von Musikinstrumenten zu wecken. Wacker verwies auf das pädagogische Konzept des Klassenmusizierens. Dabei werde das Instrumentalspiel im Klassenverband gefördert.
21.01.2008 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergEine weitere Intensivierung der musikalischen Früherziehung sei auch auf freiwilliger Basis möglich. Der Kultusstaatssekretär appellierte an die Schulen, die Zusammenarbeit mit Musikvereinen und Musikschulen weiter auszubauen. Das Jugendbegleiterprogramm biete eine gute Grundlage, um vor allem mit Musikvereinen regionale Kooperationskonzepte zu entwickeln.
Dabei könne auch die soziale Herkunft der Kinder berücksichtigt werden. Eine Möglichkeit sei die Einführung gestaffelter Elternbeiträge für Zusatzangebote im schulischen Ergänzungsbereich. Dies würde Kindern aus einkommensschwachen Familien den Zugang zu einer qualifizierten musikalischen Ausbildung eröffnen. Denkbar sei in diesem Zusammenhang auch die Übernahme von Instrumentenpatenschaften durch lokale Sponsoren.
Hinweis für die Redaktionen:
- Inzwischen arbeiten über 700 Schulklassen des Landes mit Vereinen der Amateurmusik bzw. den Musikschulen zusammen, um das Instrumentalspiel im Klassenverband zu pflegen.
- Derzeit gibt es 650 sog. Dauerkooperationen zwischen Schule und Musikvereinen. 450 davon werden vom Land mit durchschnittlich 650 Euro im Wege einer Anschubfinanzierung auf fünf Jahre hinweg unterstützt. Jeder zehnte Musikverein kooperiert mittlerweile dauerhaft mit einer Schule.
- Gute Unterrichtskonzepte für die Schulmusik werden über das landesweite Schulmusik-Betreuersystem weitergegeben; speziell für Grundschulen stehen 250 musikpädagogische Beraterinnen und Berater zur Verfügung
- Förderprogramme wie "Begegnungen der Schulmusik" erhalten Landeszuschüsse in Höhe von über 200.000 Euro pro Jahr
- Das Land unterstützt intensiv die Laienmusik-Verbände und stellt insgesamt Fördermittel in Höhe von 5 Millionen Euro zur Verfügung. Damit werden schwerpunktmäßig die Nachwuchsarbeit, Weiterbildungskurse für Dirigenten sowie herausragende Konzertveranstaltungen finanziert
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