Philologenverband

"Wir brauchen eine ausreichende, wirksame Vertretungsreserve!"

Die Bereitstellung einer ausreichenden Vertretungsreserve in allen Bundesländern im Umfang von rund 8 Prozent der Lehrerstellen hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, heute in Berlin gefordert.

17.11.2011 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

Aufgrund der in verschiedenen Bundesländern vorgelegten Statistiken zum Unterrichtsausfall und eigenen Schätzungen geht der Deutsche Philologenverband davon aus, dass derzeit bundesweit an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen rund 3 – 4 Prozent des Unterrichts ersatzlos ausfallen und zusätzlich rund 4 bis 6 Prozent nicht stundenplangerecht erteilt werden.

"Auf eine ausfallende Stunde kommen somit ein bis zwei weitere Stunden, die nicht nach Stundenplan stattfinden. Bei einem Gesamtvolumen von ca. 13 – 14 Millionen Unterrichtsstunden, die die 765 000 Lehrkräfte in Deutschland pro Woche halten müssen, betrifft dies rund eine Million Unterrichtsstunden, die nicht nach Stundenplan gehalten werden, ausfallen oder nicht fachgerecht vertreten werden können. Wie entsprechende Meinungsumfragen aus den letzten beiden Jahren zeigen, sind Unterrichtsausfall und die hohen Klassenstärken in den Augen der Eltern die beiden größten Problemfelder im deutschen Bildungswesen", betonte Meidinger.

Besonders betroffen sind berufliche Schulen und Gymnasien, am geringsten ist der Stundenausfall im Grundschulbereich.

Der Verbandsvorsitzende sieht die Ursachen dieses hohen Unterrichtsausfalls nicht in einem überdurchschnittlich hohen Krankenstand bzw. dem gestiegenen Fortbildungsbedarf von Lehrkräften, sondern hauptsächlich darin begründet, dass in keinem einzigen Bundesland eine ausreichende Lehrerreserve zur Verfügung steht. In den meisten Bundesländern decken die Mittel für Vertretungslehrkräfte nur 1,5 bis 2,5 Prozent der Gesamtlehrerstellen ab.

Konkret schlägt der Deutsche Philologenverband für den Bereich der Gymnasien vor, sowohl eine integrierte Lehrerreserve an der jeweiligen Einzelschule mit Ersatzlehrkräften in den Kernfächern zu schaffen als auch zusätzlich eine mobile Lehrerreserve aus Lehrkräften aufzubauen, die überregional eingesetzt werden können.

"Es muss endlich Schluss damit sein, den Unterrichtsausfall als unabänderliche Tatsache hinzunehmen bzw. lediglich mit Notmaßnahmen wie Stundenplankürzungen und Mehrarbeit zu bekämpfen. Wenn man in einzelnen Bundesländern feststellen muss, dass fast ein Schuljahr der gesamten Schulzeit von Jugendlichen dem Unterrichtsausfall zum Opfer fällt, ist dies nicht nur aus volkswirtschaftlichen Gründen keinesfalls hinnehmbar!", so Meidinger


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