Berlin

Zwischenbilanz Ganztagsschule: Großes Potential für mehr Leistungsstärke und Chancengerechtigkeit

Zehn Jahre nach Beginn der Debatte um einen massiven Ausbau der Ganztagsschulen kann Berlin eine vielversprechende Zwischenbilanz aufweisen:

05.06.2012 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Alle Grundschulen Berlins sind Ganztagsgrundschulen in offener oder gebundener Form. Damit verfügt Berlin über flächendeckendes Angebot von 364 Ganztagsgrundschulen. Davon sind im Schuljahr 2011/12 65 Ganztagsgrundschulen gebunden.

Die konkreten Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit an den Ganztagsschulen aller Schularten sind:

Nutzen des Mehr an Zeit für ein Mehr an Förderung, Rhythmisierung des Schultages, inhaltliche Verzahnung von Unterricht und ergänzenden Angeboten, Kooperation von Lehrkräften und Erziehern und die sozialräumliche Öffnung.

Seit der Schulstrukturreform im Jahr 2010/2011 sind alle Integrierten Sekundarschulen (ISS) Ganztagsschulen in gebundener, teilgebundener oder offener Form. Das bedeutet, dass alle ISS an mindestens vier Tagen in der Woche ein Angebot im Rahmen des Ganztagsbetriebes von 8:00 bis 16:00 Uhr bereit stellen. In diesem Schuljahr bieten von insgesamt 118 Integrierten Sekundarschulen 20 (16,9 %) einen offenen, 58 (49,2 %) einen gebundenen und 40 (33,9 %) einen teilgebundenen Ganztagsbetrieb an.

Die Integrierte Sekundarschule eröffnet im Rahmen der Ausgestaltung eines erweiterten Zeitbudgets Bildungsangebote zur Entdeckung und Entfaltung der eigenen Potentiale. Dazu gehört die Förderung der Kreativität, der beruflichen Orientierung, der Partizipation uvm. Der Kooperation mit außerschulischen Partnern wie den freien Trägern der Jugendhilfe, den Sportverbänden, der Berliner Wirtschaft und den Musik- und Volkshochschulen kommt bei der Gestaltung der außerunterrichtlichen Förderung eine große Bedeutung zu. Die Berliner Eckpunkte für die Ganztagsschulentwicklung in der Sekundarstufe I bieten einen Orientierungsrahmen bei der Umsetzung der Ganztagsgestaltung der Sekundarschulen.

Auch an den Gymnasien wird der Ganztagsbetrieb ausgebaut. Ursprünglich ein Gymnasium pro Bezirk, kommen in den nächsten Schuljahren weitere hinzu. Ganztagsangebote unterstützen die Potentiale der Schülerinnen und Schüler, so werden Entscheidungen bezüglich der Schullaufbahn und des weiteren Bildungsweges gezielt getroffen, unabhängig von sozialen Voraussetzungen. Durch die Ganztagsrhythmisierung wird die durch die Schulzeitverkürzung bedingte Stundenerhöhung aufgefangen und der Schulalltag verläuft entspannter.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres: "Der Ausbau der Ganztagsschulen gehört zu den wichtigsten strukturellen Veränderungen im Schulsystem. Lernförderung unter den Bedingungen des Ganztags ist die organisatorisch-inhaltiche Zusammenführung von Bildung, Erziehung und Betreuung. Durch den erweiterten Zeitrahmen und durch die Kooperation von Schulen mit Trägern der freien Jugendhilfe sowie anderen Partnern gewinnt die Schule neue Blickweisen auf die Bildung von Kindern und Jugendlichen."

Der Ausbau der Berliner Ganztagsschulen ist ein bildungspolitischer Schwerpunkt, verbunden mit klaren Zielstellungen. Ein wichtiges Ziel ist die Lücke im Ganztagsangebot der Berliner Grundschule zu schließen und für die Klassen 5 und 6 ohne besondere Bedarfsprüfung ganztägige Bildungsangebote zu realisieren. "Dies gelingt schon mit Beginn des Schuljahres 2012/13. Alle Kinder der 5. Klasse, ein Jahr später auch die der 6. Klasse, können dann ohne besondere Bedarfsprüfung ganztägige Bildungsangebote wahrnehmen", so Bildungssenatorin Sandra Scheeres. Einen weiteren wichtigen Schritt zur Umsetzung der Koalitionsvereinbarung ist die Einrichtung von drei neuen gebundenen Ganztagsschulen in Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln mit Beginn des nächsten Schuljahres. Weitere 21 gebundene Ganztagsgrundschulen werden in den nächsten Jahren folgen und damit ihren Schülerinnen und Schülern bessere Chancen durch eine ganztägige intensive, individuelle Lern- und Begabungsförderung einräumen.


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