Langzeitstudie

Armut ist der größte Risikofaktor für Kinder

(red/pm) Armut ist der größte Risikofaktor für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Das hat die in der Bundesrepublik bisher einzigartige Langzeitstudie "Von alleine wächst sich nichts aus ..." bewiesen, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

25.09.2012 Artikel

Die Langzeitstudie der AWO begleitete 900 Kinder vom Vorschulalter an über einen Zeitraum von 15 Jahren und untersuchte ausführlich die qualitativen Folgen von Armut auf die Entwicklung dieser Kinder. Die entscheidenden Faktoren, die über das Aufwachsen von Kindern bestimmen, so fand die Studie heraus, sind das Einkommen und der Bildungshintergrund der Eltern und die Familienform, in der das Kind aufwächst. "Um Armut zu verhindern, müssen Eltern über sichere Arbeit mit armutsfesten Löhnen und über Betreuungs- und Bildungsangebote für ihre Kinder verfügen, damit diese ganztägig qualitativ gut versorgt werden", betont Stadler.

"Wenn jedes zweite Kind, das 1999 arm war, seitdem in Dauerarmut lebt, muss die Frage nach den Möglichkeiten staatlichen Handelns neu gestellt werden", forderte der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Denn, das zeige die Studie ganz deutlich, die bloße Verbesserung von materieller Armut helfe Kindern nicht, der Armutsfalle zu entkommen. "Einrichtungen für Kinder und Jugendliche müssen mehr Verantwortung für deren Entwicklung übernehmen. Nur so können soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit hergestellt werden", ist der AWO Bundesvorsitzende sicher.

"Das Netz von Institutionen, die Familien, Kindern und Jugendlichen beratend und unterstützend zur Seite stehen, muss so dicht werden, dass jede Familie, die Hilfe benötigt, diese auch bekommt. Dafür muss die Zahl der pädagogischen Fachkräfte entsprechend erhöht werden. Jeder Euro, der in Kinder investiert wird, muss als Investition in die Zukunft verstanden werden", so Stadler

Auszug aus der Präsentation der Studie "Von alleine wächst sich nichts aus ..." Lebenslagen von (armen) Kindern und Jugendlichen und gesellschaftliches Handeln bis zum Ende der Sekundarstufe I.

Die Studie erforschte als Wiederholungsbefragung die Lebenslagen und Zukunftsperspektiven von fast 900 Kindern, die erstmals als 5- bzw. 6-jährige im Kindergarten und 2009 bzw. 2010 als 16-/17 Jährige letztmals befragt wurden.


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