Das Bildungspaket setzt sich immer mehr durch – 44 Prozent Anträge in 80 Städten
(red/PM) - Die Nachfrage nach dem Bildungspaket mit seinen Leistungen für bedürftige Kinder ist seit Sommer spürbar gestiegen. Nach den Ergebnissen einer Umfrage des Deutschen Städtetages in rund 80 Städten haben die Eltern inzwischen im Durchschnitt für gut 44 Prozent der Leistungsberechtigten Anträge gestellt, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Dr. Stephan Articus, anlässlich des morgigen dritten Gesprächs von Bund, Ländern und Kommunen zum aktuellen Stand der Umsetzung des Gesetzes. Im Juni hatte in einer Umfrage des kommunalen Spitzenverbandes die Inanspruchnahme der Leistungen bei 27 Prozent gelegen.
01.11.2011 Artikel"Immer mehr Eltern werden durch die intensive Informationsarbeit von Bund, Ländern und Kommunen auf die Leistungen aufmerksam. Das Bildungspaket setzt sich nach und nach durch. Die Zwischenbilanz gut ein halbes Jahr nach Inkrafttreten kann sich sehen lassen, auch wenn noch genug zu tun bleibt", sagte Articus. In den befragten rund 80 Städten sind bis Mitte Oktober für rund 400.000 Kinder und Jugendliche Anträge gestellt worden, bei rund 900.000 dort lebenden Leistungsberechtigten.
Mittagsverpflegung am stärksten nachgefragt
Von den einzelnen Leistungen am stärksten nachgefragt werden weiterhin der Zuschuss zur Mittagsverpflegung, gefolgt von Zuschüssen zu Ausflügen und Klassenfahrten. Die Lernförderung wird seltener beantragt, aber inzwischen vielfach stärker in Anspruch genommen als noch im Juni.
Articus warb um Verständnis dafür, dass die Umsetzung des Bildungspakets Zeit und Geduld braucht. "Eine bessere Bildung und Teilhabe lässt sich nicht in wenigen Monaten realisieren. Bund, Länder und Kommunen müssen weiter für das Bildungspaket werben, aber mitwirken müssen viele andere: Schulen, Kindergärten, Vereine und Eltern."
Es sei aber auch bei größtem Engagement unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit alle Eltern die Leistungen für ihre Kinder beantragen. Die Städte wollten so vielen Kindern wie möglich Zugang zu den Hilfen verschaffen und würden sich dafür weiter anstrengen. Eine 100prozentige Inanspruchnahme sei jedoch schon deshalb nicht zu erwarten, weil nicht überall Mittagessen in Kindergärten und Schulen angeboten werde, nicht jedes Kind Lernförderung brauche und in einem Teil der Städte bereits kostenloser Zugang für bedürftige Kinder zu Vereinen bestehe.
In den Gesprächen zwischen Bund, Ländern und Kommunen werde kontinuierlich daran gearbeitet, wo möglich zu Vereinfachungen bei der Bewilligung der Anträge zu kommen, berichtete Articus. Bei Sachleistungen, für die sich der Gesetzgeber bewusst entschieden habe, sei das Verfahren zwangsläufig komplizierter als bei Geldleistungen. Da das Sachleistungsprinzip aufwändig sei, müsse die damit verbundene Bürokratie aber auch minimiert werden.
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- Homepage Deutscher Städtetag
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