Girls Day 2007: Frauen arbeiten nach wie vor überwiegend in "typischen Frauenberufen"
Wie das Statistische Landesamt anlässlich des Girls Day 2007 am 26. April feststellt, waren Frauen noch nie so gut ausgebildet wie heute. So hat sich der Anteil der berufstätigen Frauen ohne Berufsausbildung seit 1982 von rund 42 Prozent auf 24 Prozent nahezu halbiert. Der Anteil der Akademikerinnen wiederum hat sich in den letzten gut 20 Jahren von 6 Prozent auf 13 Prozent mehr als verdoppelt. Vor allem jüngere erwerbstätige Frauen sind ihren männlichen Altersgenossen bei der beruflichen Ausbildung dicht auf den Fersen. Ungeachtet des stark angestiegenen Bildungsniveaus von Frauen und ihrer zunehmenden Erwerbsbeteiligung, weist der Arbeitsmarkt dennoch nach wie vor eine starke geschlechtsspezifische Unterteilung auf, deren Wurzeln bereits in der Wahl der Ausbildung zu finden sein dürften. Wie die Ergebnisse des Mikrozensus 2006 zeigen, konzentrieren sich berufstätige Männer und Frauen nach wie vor auf jeweils unterschiedliche Branchen, Berufe und Tätigkeiten.
24.04.2007 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-WürttembergEin Schlaglicht auf die geschlechtsspezifische Differenzierung der Arbeitswelt wirft die Rangliste der zehn häufigsten Berufe von Männern und Frauen. Den häufigsten Frauenberuf stellten 2006 mit knapp 20 Prozent die Büroberufe dar. Die zweitgrößte Gruppe bildeten die Gesundheitsberufe (annähernd 11 Prozent). Auf Rang 3 und 4 lagen bei den häufigsten Frauenberufen das Verkaufspersonal (7 Prozent) und soziale Berufe wie zum Beispiel Altenpflegerinnen, Erzieherinnen und Sozialarbeiterinnen (knapp 7 Prozent). Mit annähernd 6 Prozent folgten die Reinigungs- und Entsorgungsberufe bei den Frauen an fünfter Stelle. Anders als bei den Männern, zeichnet sich bei den von Frauen am häufigsten ausgeübten Berufen eine starke Konzentration auf einige wenige Berufsfelder, wie Büro- und Gesundheitsberufe, ab. Mehr als zwei von drei erwerbstätigen Frauen übten einen der in der Rangliste aufgeführten Berufe aus.
Die 2006 von den baden-württembergischen Männern am häufigsten ausgeübten Berufe waren die der Ingenieure und Architekten. Knapp 6 Prozent aller berufstätigen Männer in Baden-Württemberg übten einen entsprechenden Beruf aus. An zweiter Stelle rangierten die Berufe in der Unternehmensleitung, und –beratung mit gut 5 Prozent, gefolgt von den Büro- und kaufmännischen Berufen sowie den Technikern mit jeweils knapp 5 Prozent. Die Berufe des Landverkehrs, also zum Beispiel Kraftfahrer, Lokführer, Taxiunternehmer etc. (rund 4 Prozent) sowie die Elektroberufe (annähernd 4 Prozent) liegen auf Platz 5 und 6. Die Rangliste der zehn häufigsten Männerberufe wird vor allem von technischen Berufen dominiert, Gesundheitsberufe oder soziale Berufe finden sich, anders als bei den Frauen, nicht darunter.
Wie die Ranglisten der zehn häufigsten Männer- und Frauenberufe in Baden-Württemberg zeigen, gehören technische Berufe nicht zu den "Top 10" der Frauenberufe. Lediglich 2 Prozent aller Baden-Württembergerinnen üben einen technischen Beruf aus (gegenüber rund 12 Prozent der Männer). Somit sind Frauen in technischen Berufen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. So lag in Baden-Württemberg der Frauenanteil an den Erwerbstätigen in technischen Berufen lediglich bei gut 14 Prozent. Im Vergleich dazu lag der Frauenanteil an allen Erwerbstätigen bei knapp 45 Prozent. Diese Berufsgruppe ist somit nach wie vor eine Domäne der Männer.
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