GEW: "Kompetenzen des Bundes in der Bildungspolitik erhalten"

"Die Kompetenzen des Bundes in der Bildungspolitik müssen erhalten bleiben. Die PISA-Ergebnisse sind ein deutliches Signal, den sich abzeichnenden faulen Kompromiss bei der Föderalismus-Reform zu Lasten der Bildung nicht umzusetzen", erklärten Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), und PISA-Expertin Marianne Demmer in einer ersten Reaktion auf die heute in Berlin vorgestellten Ergebnisse der PISA-E-Studie.

03.11.2005 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

"Wir brauchen dringend Projekte wie das Vier-Milliarden-Ganztagsschul- und das erfolgreiche mathematisch-naturwissenschaftliche SINUS-Förderprogramm. Wenn die Ergebnisse der Schüler in den kommenden Jahren besser werden sollen, müssen insbesondere die Kinder aus sozial schwachen Familien mit der Ausweitung solcher Programme verstärkt gefördert werden", sagten Thöne und Demmer. "Schule muss in die Lage versetzt werden, Defizite, die diese Kinder mitbringen, besser als bisher auszugleichen. Deshalb ist es aberwitzig, wenn dem Bund künftig per Grundgesetz bspw. verboten werden soll, solche Projekte anzuschieben. Wie Chancenungleichheit durch mehr Kleinstaaterei beseitigt werden soll, bleibt das Geheimnis der künftigen Koalitionäre aus CDU und SPD."

Bund und Länder seien gefordert, gemeinsame Ziele zu definieren. Die ständige und immer frühere einsetzende Auslese der Schüler sei der falsche Weg. "Die GEW begrüßt daher den Hinweis der Autoren der PISA-Studie, dass dringend Maßnahmen gegen die hohe Quote der Sitzenbleiber ergriffen werden müssen. ´Ehrenrunden´ sind eine pädagogisch sinnlose Maßnahme, die nur zu Frustration und Demotivation der Schüler führt. Jetzt sind die Kultusminister dringend gefordert, diesen Ball aufnehmen", sagten die GEW-Sprecher.


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