Ohne Sprachkenntnisse keine Integration
"Eine Vereinbarung darüber, in der Schule ausschließlich Deutsch zu sprechen, kann durchaus ein Beitrag zur besseren Integration von Kindern mit anderer Muttersprache sein", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Nur wer eine Sprache auch regelmäßig anwendet, kann sie wirklich lernen. Das weiß jeder, der einmal eine Fremdsprache gelernt hat."
25.01.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWSelbstverständlich sollte eine solche Regelung nur auf der Basis einer Vereinbarung zwischen Eltern, Lehrern und Schülern getroffen werden. Die Verpflichtung, sich sowohl im Unterricht als auch in den Pausen auf Deutsch zu verständigen, würde Schülerinnen und Schüler dazu anhalten, ihren Wortschatz zu trainieren und zu erweitern. Darüber hinaus würde eine solche Regelung auch den Umgang miteinander erleichtern, wenn Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlicher Muttersprache an einer Schule zusammenkommen.
"Es geht bei einer solchen Vereinbarung keineswegs darum, Kindern ihre Muttersprache zu verbieten oder sie zu diskriminieren", so Beckmann weiter. "Selbstverständlich ist auch, dass Kinder mit anderer Muttersprache besondere Förderangebote brauchen. Zur Förderung gehört aber auch, dass sie in der Schule Deutsch sprechen, da sie sich häufig in den Familien und nachmittags im Freundeskreis ausschließlich in ihrer Muttersprache verständigen. Ausnahmen von einer solchen Regelung wird es immer geben, z.B. wenn Kinder gerade aus einem anderen Land kommen und sich nur mit Hilfe eines Dolmetschers verständigen können."
Eine gesetzliche Regelung hielte der VBE für überzogen. Im Sinne einer Stärkung der Eigenverantwortlichkeit von Schule sollte man auch hier den Schulen die Freiheit lassen, den notwendigen Rahmen selbst zu schaffen.
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