Kindergartenpflichtjahr ist keine Lösung zur Verbesserung der Integration
20.09.2010 Artikel
In einem Bericht der Welt online vom 15.9.2010 wurde deutlich, dass in der die CDU in NRW nach einer Erklärung des Fraktionsvorsitzenden Josef Laumann "Kinder zum Besuch einer Vorschule im letzten Jahr vor der Einschulung verpflichten" will.
Eine solche Vorschlag verkennt nicht nur, dass eine angemessene Förderung von Kindern nicht in Vorschulen erfolgen kann, zumal diese nach den Regelungen des Grundgesetzes auch abgeschafft sind, sondern dass ein einjähriger Besuch eines sozialpädagogisch ausgerichteten Angebote weniger bringt.
Auf eine vergleichbare Frage Ende der 60er Jahre wurde in NRW die längste Längs-schnittuntersuchung mit Modellprogrammen in Kindergärten und Schulen in den Jahren 1970 – 1975 durchgeführt.
Im Ergebnis wurde festgestellt, dass sinnvoller weise ein dreijähriger Besuch des Kindergartens realisiert werden sollte, um nachhaltige Wirkungen zu erzielen. Als Konsequenz aus diesen Erkenntnissen, wurde im Jahr 1977 u.a. eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in Tageseinrichtungen vorgesehen und eine Erleichterung des Zugangs zu den Einrichtungen durch eine Abschaffung des Elternbeitrags ab 1.1.1982 beschlossen. (Diese Beschluss wurde im Rahmen der Haushaltsberatungen dann im Dezember 1981, trotz der vorhandenen Erkenntnisse, "kassiert".)
Solche schon einmal gemachten Erkenntnisse sollten in der politischen Diskussion nicht unberücksichtigt bleiben.
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