Bildung ist ein Privileg
Der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, MdL, hat heute gemeinsam mit dem Staatssekretär für Unterricht und Kultus, Bernd Sibler, MdL, Hassan Ali Djan, Ugur Keser und den Schülern der Mittelschule am Winthirplatz über Chancen und Risiken der Integration gesprochen.
12.11.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus257 Schülerinnen und Schüler aus 40 verschiedenen Nationen besuchen die Mittelschule am Winthirplatz. Damit stellen sie 86,2 Prozent der gesamten Schülerschaft. Die Schüler selbst sehen das mehr als Vor-, denn als Nachteil an. Gerade in den Übergangsklassen, die für Kinder eingerichtet werden, die aufgrund ihrer Sprachkenntnisse noch nicht am Regelunterricht teilnehmen können, entstehe fast eine familiäre Atmosphäre, bescheinigten sowohl Schüler wie auch Lehrer der Mittelschule. Dies resultiere daraus, dass sie oftmals die gleichen Erfahrungen und Probleme haben.
Dies kann auch Kultusstaatssekretär Bernd Sibler, MdL, bestätigen: "Integration ist und bleibt ein Megathema, das die Gesellschaft in ihrer gesamten Breite betrifft. Gerade Schulen als Orte des Miteinanders haben eine zentrale Funktion, ihr Stellenwert kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Mittelschule am Winthirplatz hat sich in vielerlei Hinsicht sehr um die Integration ihrer Schüler verdient gemacht. Junge Zuwanderer, die erst seit kurzem in Deutschland leben, können hier beispielsweise mit dem Besuch von Spracheingangsklassen die sprachlichen Voraussetzungen für ihre Teilhabe an Bildung und Gesellschaft schaffen."
"Bildung ist das A und O für den erfolgreichen Start in ein selbstbestimmtes Leben", weiß auch der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Martin Neumeyer, MdL. "Die Eltern und das soziale Umfeld der Kinder tragen entscheidend zu deren Bildungserfolg bei. Wenn dort der Wille vorhanden ist, die Schüler zu fördern, dann stellt sich in der Regel auch der Erfolg binnen Kurzem ein. Natürlich braucht es dann auch noch eine gehörige Portion Arbeit und Schweiß, das darf man nicht vergessen."
Jemand, der diese Situation am eigenen Leib erfahren hat, ist Hassan Ali Djan, der als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling von Afghanistan nach Deutschland kam und mittlerweile eine Ausbildung zum Elektroinstallateur macht: "Ich bin mit 12 Jahren aus Afghanistan geflohen, weil ich dort keine Zukunft mehr für mich gesehen habe. Nach einer langen Reise über Pakistan und Iran bin ich schließlich in München gelandet. Viele Menschen haben nicht mehr die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Ihr müsst diese Chance nutzen, denn Bildung ist ein Privileg. Das solltet Ihr auch ausnutzen."
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