Erhöhung der Ausbildungsqualität als Ziel der Reform des Lehramtsstudiums in Sachsen-Anhalt und bundesweit
Am 2. und 3. Juni 2005 treffen sich die Kultusminister der Länder. Auf der Tagesordnung steht u. a. die länderübergreifende Anerkennung neuer Hochschulabschlüsse in der Lehrerbildung. Sachsen-Anhalts Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz hat zu diesem Thema u.a. ein neues Modell entwickelt, das Staatsexamen und universitäre Ausbildung in vorbildlicher Weise integriert und hat bereits eine Zielvereinbarung mit den Universitäten des Landes im Gepäck, unter der die Tinte der Unterschriften kaum getrocknet ist.
02.06.2005 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt"Wir konnten unsere Positionen im Vorfeld in der Kultusministerkonferenz und im Land gut vertreten und erfolgreich für einen vernünftigen Konsens werben", erklärte dazu Staatssekretär Winfried Willems. Am wichtigsten sei dabei, konsequent die Qualität der Ausbildung in den Vordergrund zu stellen. "Das ist ein Paradigmenwechsel", sagt Willems: "Wir setzen auf die Orientierung des Bildungssystems an ländergemeinsamen Standards. Damit haben wir beim Schulsystem begonnen und erweitern diesen Ansatz jetzt folgerichtig auf das Lehrerstudium." Nach Ansicht des Staatssekretärs sei eine der wichtigsten Lehren aus Vergleichsuntersuchungen wie PISA und TIMMS, dass die Qualität des Schulunterrichts und demzufolge auch die tatsächliche Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer in das Zentrum der Debatte gerückt sind.
"Es wurde höchste Zeit, die langwierigen und fruchtlosen Auseinandersetzungen um die formalen Strukturen zu beenden und sich den Fragen des Ausbildungsniveaus in Schule und Hochschule zuzuwenden", sagte Willems. Er habe deshalb wenig Verständnis dafür, wenn manche die alten Schuldebatten jetzt bei den Hochschulen wiederholen wollen und eine wenig hilfreiche Debatte um Staatsexamens- oder Bachelor- und Masterstudiengänge entfachen. "Es geht nicht darum, wie die Abschlüsse heißen, sondern welche Kompetenzen, welche Fähigkeiten und welches Wissen die Absolventen damit faktisch erworben haben", erklärte Willems. Deshalb habe Sachsen-Anhalt mit der eben abgeschlossenen Zielvereinbarung den Weg geebnet für mehr Eigenständigkeit und Verantwortung der Universitäten in der Lehrerbildung. Dafür werden die Studiengänge in Module gegliedert, die wiederum entsprechend den in der KMK und zwischen den Universitäten und dem Kultusministerium vereinbarten Kompetenzbereichen und Standards ausgestaltet werden.
"Auf dieser Basis können länderübergreifend Hochschulprüfungen für das Staatsexamen anerkannt werden. Das liegt im Interesse aller Beteiligten - der Studierenden, der Universitäten und des Staates", sagte der Staatssekretär. Das Staatsexamen würde auf diese Weise seinen Charakter verändern. Von einer Fachprüfung unter staatlicher Aufsicht werde es sich wandeln zu einer Niveauprüfung von Hochschulabsolventen für die Zulassung zum Vorbereitungsdienst an den staatlichen Schulen. "Künftig werden diese Absolventen auch aus Bachelor- und Masterstudiengängen zu uns kommen können", sagte Willems. Gerade die Flexibilität der Anerkennungsfähigkeit von Studienleistungen aus unterschiedlich strukturierten Studiengängen sei ein Vorzug der Modifikation des Staatsexamens.
"Beide Seiten, Universität und Staat, werden dadurch beweglicher. Wir verhalten uns jetzt ähnlich wie andere Arbeitgeber auch und benutzen das Staatsexamen zur Definition des Qualifikationsniveaus, das wir von Bewerbern erwarten, die in Sachsen-Anhalt eine Anstellung als Lehrer suchen." Welche Studiengangsstrukturen sich hierfür am besten eignen, würde sich zeigen, wenn die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge mit den traditionellen Lehramtsstudiengängen verglichen werden könnten. "Hier können jetzt die Universitäten mitbestimmen. Unsere Vereinbarung über die Neuordnung der Lehrerbildung eröffnet die Möglichkeit, neue Studienmodelle auszuprobieren", berichtete Staatssekretär Willems.
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