"Für einen Bildungsaufschwung muss die Politik mehr tun"
"Trotz der jüngsten Vorwürfe aus den Bildungsstudien haben Lehrer allen Grund Selbstbewusstsein zu zeigen und auch stolz auf ihren Beruf zu sein", behauptet der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE), Rudolf Karg. Junge Menschen entschieden sich für das Studium eines Lehramtes, weil sie gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und Freude daran haben, sie zu bilden, zu fördern und zu erziehen. Wenn sich nun auch noch endlich die Arbeitsbedingungen an den Schulen verbessern würden, stünde einem "evaluierbaren Bildungsaufschwung" nichts mehr im Wege.
10.12.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg"Unser Einsatz gilt einer Schule, in der nicht nur Bücher- und Fachwissen vermittelt, sondern auch eine Werte-Orientierung gegeben wird", betont Karg. Optimal sei für den VBE daher eine Schule, die das soziale Lernen in den Vordergrund stelle und in der wieder vermehrt das Positive hervorgehoben werde. Dabei müssten nicht nur die Leistungsträger, sondern erst recht die Schwachen und Ängstlichen, die Unsicheren und Benachteiligten gestärkt werden.
Bei diesem Bemühen seien die Schulen zwingend auf die Unterstützung durch die Politik angewiesen. Wie diese dringend benötigte Hilfe in der Praxis aussehen könnte, umreißt der VBE-Chef mit klaren Worten:
- Die rasche und spürbare Senkung des Klassenteilers, der mit 33 Schülern pro Klasse in Baden-Württemberg pädagogisch unverantwortlich hoch sei;
- die Sicherstellung dringend benötigter Stütz- und Förderkurse - vor allem im Grundschulbereich, um frühzeitig und individuell helfen zu können,
- eine ausreichende Anzahl motivierender AG-Stunden für alle Schularten,
- die Schaffung von mehr Planstellen für junge Pädagogen
- und die Chance für ältere Lehrer, in Würde ihren Dienst beenden zu dürfen, etwa durch die Einführung der von der Landesregierung immer noch verweigerten Altersteilzeit für alle beamteten Lehrkräfte.
Wünsche, so der VBE-Chef, die nicht unbedingt jetzt zu Weihnachten in Erfüllung gehen müssten, sondern die auch noch in 2008 umgesetzt werden dürfen, wenn sie nur wahr würden, denn die Schulen benötigten diese Hilfe bald.
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