Baden-Württemberg

Mehr Bildungsgerechtigkeit fängt in der Grundschule an

"Natürlich sind 80 zusätzliche Deputate für die Eingangsklassen an Realschulen und Gymnasien zu begrüßen. Wie das der Öffentlichkeit von der SPD aber schon wieder verkauft wird, ist ein peinliches Eigenlob", rügt der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) die für den Wähler langsam unerträgliche Selbstbeweihräucherung der Roten, zumal mehr Bil­dungsgerechtigkeit eigentlich schon in der Grundschule beginnen sollte.

20.06.2013 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Die SPD sieht in den 80 Deputaten "einen weiteren wichtigen Schritt für ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit in unserem Schulsystem", lässt aber die fehlenden För­dermöglichkeiten an Grundschulen völlig außer acht. "Bildungsgerechtigkeit fängt nicht erst in der Sekundarstufe an", kritisiert der VBE-Sprecher.

Die von der SPD angeprangerten und angeblich durch die Vorgängerregierung verursachten bundesweit höchsten Kosten für Nachhilfeunterricht fallen bereits in einem nicht unerheblichen Maße bei Grundschülern an, wo von Grün-Rot bisher nur Hilfe versprochen, aber noch nicht umgesetzt wird. So hängt die Bildung der Grundschüler nach wie vor vom Geldbeutel der Eltern ab.

Auch im neuen Schuljahr geht keine einzige Poolstunde für Klassenteilungen oder Klassenlehrerstunden an die Grundschulen, fehlen weiterhin Vertretungslehr­kräfte, Arbeitsgemeinschaften wie Schulchor und Theater sowie Stütz- und Förder­stunden. Grundschüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, bleiben ohne Beaufsichtigung oder Bildungsangebote. Der für die Grundschule eigentlich zuge­sagte Ethikunterricht ist noch nicht umgesetzt.

Bevor das von der SPD geführte Kultusministerium hier Lob vom Wähler ein­heimsen könne, müsse doch noch einiges getan werden, schimpft der VBE-Spre­cher.


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