Schule macht die Kinder dick

(bikl/PM) Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz hat vor einem Jahr unter dem Motto "Die Schweiz wird immer dicker" die Bevölkerungskampagne "Gesundes Körpergewicht" gestartet. Gestern hat sie dazu Ergebnisse einer Studie vorgestellt: das Körpergewicht der Kinder nimmt erst nach der Kindergartenzeit alarmierend zu.

08.01.2008 Artikel

Weil Eltern und andere Bezugspersonen von Kindern schon sehr früh zu einem gesunden Körpergewicht der Kleinsten beitragen können und sollten, stehen nun schwangere Frauen sowie Eltern von Kindern bis zum 6. Lebensjahr im Zentrum der Betrachtung.

Alarmierende Daten aus den Schulen

Die Gesundheitsförderung Schweiz hat die Gewichtsdaten von Schulkindern aus den Städten Basel, Bern und Zürich ausgewertet. Dabei ist besonders auffallend, dass sich zwischen den Schulstufen beim Übergewicht erhebliche Differenzen zeigen. So sind im Kindergarten 16 Prozent der Kinder betroffen, auf der Unter- und Mittelstufe schon 22 Prozent und auf der Oberstufe 23 Prozent. Festgestellt worden ist auch, dass Knaben etwas häufiger an Übergewicht leiden als Mädchen und dass zwischen dem familiären, kulturellen und bildungsmäßigen Hintergrund und der Übergewichtsproblematik ein klarer Zusammenhang besteht.

Mangelnde Betroffenheit

Die Aktivitäten der Stiftung werden mit regelmäßigen Bevölkerungsbefragungen sowie mit Kampagnenevaluationen systematisch begleitet. Durchgeführt werden diese von der Universität Lugano. Die erste Befragung hatte vor Kampagnenstart ergeben, dass die Menschen in der Schweiz relativ gut darüber informiert sind, was einem gesunden Körpergewicht zuträglich wäre. Problematisch dabei ist, dass sich Übergewichtige oft nicht betroffen fühlen. Nur gerade jeder Dritte sieht bei sich selber Handlungsbedarf. Dabei hapert es bei Männern öfters mit der richtigen Selbsteinschätzung als bei Frauen. Spannend ist beispielsweise auch, dass 76 Prozent der Befragten ihre Ernährungsgewohnheiten als gesund einstufen und 63 Prozent glauben, sich genügend zu bewegen, dass dabei aber mehr als die Hälfte der Befragten findet, die Mehrheit ernähre sich ungesund und bewege sich zu wenig. Das Problem wird also erkannt, aber eher den anderen zugeordnet als sich selber.


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