Rheinland-Pfalz

Stellungnahme Bildungsministerium zu der heutigen Pressemeldung des Philologenverbandes

Zur Kritik des Gymnasiallehrerverbandes erklärt Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß:

02.03.2012 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz
  • Die von dem Gymnasiallehrerverband kritisierte Erhebung zur Versorgung der weiterführenden Schulen im Pflichtstundenbereich ist die Folge einer Großen Anfrage der CDU-Landtagsfraktion mit folgendem Text: "Wie viele Unterrichtsstunden fallen in den einzelnen Fächern laut Stundentafel der Schulen im Schuljahr 2011/2012 der weiterführenden Schulen bedingt durch strukturellen Unterrichtsausfall aus?" Das Bildungsministerium hätte eine solche Abfrage niemals aus eigenem Antrieb durchgeführt. Es ist aber verpflichtet, parlamentarische Anfragen zu beantworten. Bildungsministerin Doris Ahnen hat im Zusammenhang mit der Beantwortung unmissverständlich klargemacht: "Schule ist mehr als Pflichtunterricht." Bei der Lehrkräftezuweisung würden daher schon immer auch Zuschläge für Differenzierungs- und Förderangebote sowie zusätzliche Profilierungen eingerechnet. An dieser Messlatte wird das Bildungsministerium auch weiterhin festhalten und so auch in Zukunft seine amtliche Schulstatistik erheben. Für die immer wieder behaupteten Zahlen des Philologenverbandes zum täglichen Unterrichtsausfall gibt es keinen Beleg.
  • Beim Einstellungstermin zum 1.2.2012 sind alle an den Gymnasien frei gewordenen Stellen wiederbesetzt worden. Lediglich an einem privaten Gymnasium wurde – auf Wunsch der Schule – eine Einstellung auf den nächsten Einstellungstermin verschoben. Um der Mangelsituation auf dem Lehrerarbeitsmarkt in bestimmten Fächern Rechnung zu tragen, seien sogar 25 Stellen, die erst zum 1.8. zu besetzen gewesen wären, vorgezogen zum 1.2. besetzt worden. Bei der Beurteilung der Stellenbesetzungsbilanz muss beachtet werden, dass freigewordene Planstellen nicht nur zu Neueinstellungen geführt haben, sondern dass Stellen auch mit Lehrkräften besetzt wurden, die im Rahmen des Lehrertauschverfahrens aus anderen Ländern übernommen wurden, aus Elternzeit sowie aus dem Auslandsschuldienst zurückgekehrten oder dass Stellenanteile zur Aufstockung von Deputaten genutzt wurden.
  • Am letzten ausgewerteten Stichtag, dem 1. Februar, waren landesweit an den Gymnasien 598 Vertretungslehrkräfte mit 7.709 Lehrerwochenstunden eingesetzt. Zum Vergleich: Nach den Herbstferien waren es 537 Vertretungskräfte mit 7.080 Stunden, zum Schuljahresbeginn 521 mit 7.074 Lehrerwochenstunden. Es steht außer Frage, dass auch zukünftig notwendige Vertretungsverträge abgeschlossen werden können. Der aktuell beschlossene Landeshaushalt sieht für diesen Zweck 100 Millionen Euro im laufenden Jahr vor. Für die Sicherung der Unterrichtsversorgung insgesamt sind 1,776 Milliarden Euro veranschlagt. Für die Landesregierung hat die Sicherung der Unterrichtsversorgung auch weiterhin eine absolut hohe Priorität!

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