Tipps für den Schulanfang
(red) Für rund 700 000 Kinder in Deutschland beginnt in diesen Wochen der sogenannte "Ernst des Lebens". Sie werden eingeschult. Für sie und ihre Eltern eine aufregende Zeit, für die es auch einiges vorzubereiten gilt. bildungsklick hat ein paar hilfreiche Tipps und Links rund um den Schulanfang zusammengetragen.
05.08.2011 ArtikelDer Ranzen
Der Ranzen sollte vor allem gut sitzen, nicht über die Schultern herausragen und die Trägerlänge sollte sich leicht verstellen lassen. Reicht er zum Beispiel zu tief herunter, können Druckstellen im Lendenwirbelbereich entstehen. Ein ganz wichtiger Aspekt: die Sicherheit. Ob der gewünschte Ranzen den Sicherheitsansprüchen und den ergonomischen Standards entspricht, erkennen Eltern am TÜV-Siegel und dem DIN-Zertifikat 58124. Diese DIN-Norm enthält unter anderem strenge Anforderungen an die optische Warnwirkung. Der Ranzen muss intensiv leuchten - bei jeder Witterung und jeder Tageszeit. Er sollte außerdem aus strapazierfähigem und Wasser abweisendem Material bestehen. Leer sollte er nicht mehr als ein Kilo wiegen und gefüllt 10 Prozent des Körpergewichtes nicht übersteigen. Ein weiterer Tipp: Die durchsichtigen Außenfächer sollten nicht für Adressschilder genutzt werden, denn Name und Anschrift des Kindes sollte niemand vom Ranzen ablesen können
Der Schulweg
Der Schulweg sollte möglichst sicher sein. Bei der Suche nach dem besten Schulweg gilt zwar der Grundsatz 'kurze Beine – kurze Wege', mitunter aber ist der kürzeste Weg nicht der ungefährlichste, weil zum Beispiel viel befahrene Straßen überquert werden müssen. Kinder müssen ihren künftigen Schulweg außerdem gut kennen. Eltern sollten deswegen rechtzeitig vor Schulbeginn die Strecke gemeinsam mit ihrem Kind einüben und ihr Kind auch in den ersten Tagen begleiten. Gut ist, wenn das Kind dann nach und nach statt mit den Eltern mit anderen Schülern zusammen zur Schule geht.
Verschiedene Projekte fördern unterdessen den gemeinsamen Gang zur Schule: Die Aktion "Zu Fuß zur Schule"und der "Walking-Bus". Der 22. September ist der weltweite "Zu Fuß zur Schule" -Tag. In Deutschland findet außerdem jährlich eine Aktionswoche zu diesem Thema statt. Beim "Walking-Bus" wird eine Gruppe von Kindern auf ihrem Schulweg von Erwachsenen begleitet. Die Schüler laufen wie ein Linienbus nach Fahrplan fest vereinbarte "Haltestellen" an. So füllt sich nach und nach der "Walking Bus" und bringt die Jungen und Mädchen sicher zur Schule und nach dem Unterricht wieder nach Hause.
Essen
Schule ist anstrengend und Schulkinder brauchen viel Energie, um im Schulalltag bestehen zu können. Dafür sorgen kleine Mahlzeiten und Getränke während des Schultages. Der Start in den Tag beginnt am besten mit einem gesunden und vielseitigen Frühstück. Mangels Zeit und Hunger ist das nicht unbedingt ein einfaches Unterfangen. Ein großes Butterbrot schreckt Frühstücksmuffel eher ab, aber klein geschnittenes Obst, Vollkornecken mit Honig, etwas Milch, Kakao oder Kräutertee (im Sommer auch gekühlt) verleiten dann vielleicht doch zum Zugreifen.
In die Brotbox kommen dann Vollkornbrot und -brötchen, belegt mit (möglichst) magerem Schinken, Wurst oder Käse und aufgepeppt mit Tomaten- oder Gurkenscheiben, Paprika oder Salatblättern. In einer Frischhaltebox können außerdem Apfel- oder Apfelsinenscheiben und im Sommer auch Gartenfrüchte mitgenommen werden. Wichtig ist, dass die Kinder am Vormittag genug zu trinken bekommen: Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder Fruchtsaftschorlen. Informationen rund um eine ausgewogene Ernährung für Kinder bietet die Plattform Ernährung und Bewegung.
Schlafen
Zu wenig Schlaf kann für Schüler fatale Folgen haben. Denn eine Aufgabe des Schlafes ist es, die Gedächtnisleistungen zu unterstützen und das, was tagsüber gelernt wurde, zu festigen. Diese Abläufe finden aber erst im letzten Drittel des Schlafes statt. Da die Schule in Deutschland in der Regel früh beginnt, bedeutet das: Früh ins Bett gehen und möglichst bald einschlafen.
Bewegen
Eine wichtige Voraussetzungen für einen erholsamen Schlaf ist, dass die Kinder tagsüber ausreichend Gelegenheit haben, sich zu bewegen. Zwar achten viele Lehrer in den Grundschulen darauf, dass die Kinder sich auch während des Unterrichts immer wieder bewegen. Auch hier leisten verschiedene Projekte Unterstützung und bieten Informationen für Lehrer und Eltern, etwa die Bewegte Schule oder das aus Finnland stammende Projekt Muuvit.
Dennoch sind in der Schule längere Stillsitz-Phasen nicht zu vermeiden und spätestens am Nachmittag muss für Ausgleich gesorgt werden. "Bewegung ist der natürliche Zustand des Kindes. Täglich mindestens eine Stunde draußen spielen ist genauso wichtig wie Hausaufgaben machen! Bewegungszeiten sollten im Tagesablauf ebenso ihren festen Platz finden wie Essen und Trinken", empfiehlt zum Beispiel Prof. Dr. Klaus Bös vom Institut für Sport und Sportwissenschaft KIT Karlsruhe.
Kurzum: Die richtige Ausstattung, der eingeübte Schulweg, gesunde Kost, ausreichend Schlaf und Bewegung sind Hauptkomponenten für den guten Schulanfang und auch für die weitere Schulzeit.
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