VBE: Grüne zeigen Lösungswege auf
"Der VBE hält das heute von der Fraktion der Grünen vorgestellte 5-Punkte-Programm für mehr als bedenkenswert", so Udo Beckmann, Vorsitzender des VBE NRW. "Die Grünen zeigen für einige strittige Fragen in der Schulpolitik umsetzbare Lösungswege auf, die auf Akzeptanz bei Schülern, Eltern und Lehrern stoßen könnten."
13.08.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRWDer Vorschlag, die Entscheidung wie die Vergabe von Kopfnoten umgesetzt wird, in die Hand der Schulen zu geben, ist eine Möglichkeit mit der bestehenden Kritik umzugehen. Dieses entspricht der Forderung des VBE, das Verfahren zur Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens nicht zentral zu steuern.
Der VBE bleibt jedoch dabei, dass vor einem erneuten Umsteuern eine gründliche Evaluation des bisherigen Verfahrens erfolgen muss. Ein neues Verfahren zur Bewertung des Arbeits- und Sozialerhalten der einzelnen Schülerinnen und Schüler wird nur dann bei Schülern, Eltern, Lehrern und Wirtschaft auf Akzeptanz stoßen, wenn es gelingt Transparenz, Vergleichbarkeit und Handhabbarkeit in Einklang zu bringen. Er unterstützt die Grünen in der Forderung, dass es gleiche Vorgaben für öffentliche Schulen und Schulen in kirchlicher Trägerschaft geben muss. Ein Zwei-Klassen-Recht ist für den VBE inakzeptabel.
Der von den Grünen vorgeschlagene Weg, die Verantwortung zum weiteren Ausbau von Ganztagsschulen in die Hände der Schulträger zu geben, indem diese die Mittel dafür zweckgebunden zugewiesen bekommen, kann der VBE mittragen. Damit hätten die Schulträger die Möglichkeit, den Ganztagsschulausbau bedarfsgerecht fortzuführen. Der Vorschlag der Grünen trägt zudem den Aussagen der Landesregierung Rechnung, Schulentwicklung im regionalen Kontext zu betreiben. Von daher ist es nur folgerichtig, wenn man sich beim Ausbau von Ganztagsangeboten an den jeweiligen Bedürfnissen vor Ort orientiert, dieser in der Verantwortung der Schulträger liegt und in enger Kooperation mit den Einzelschulen erfolgt.
Für den VBE ist beim Ganztagsschulausbau unabdingbar, dass die Schulträger auch die Auflage erhalten, nicht nur für die Schülerinnen und Schüler die notwendigen Räumlichkeiten vorzuhalten sondern auch die notwendigen Arbeitsplätze für Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen zu schaffen.
Die Forderung der Grünen, die Möglichkeiten, Schulverbünde zu bilden, im Schulgesetz zu erweitern und Gemeinschaftsschulen als Modellversuche zu ermöglichen, deckt sich mit der vom VBE immer wieder vorgetragenen Forderung an die Landesregierung, den starren Kurs in der Schulstrukturfrage aufzugeben. Damit würde vor allem vielen ländlichen Kommunen, wie z. B. Horstmar/Schöppingen, Greven, Ascheberg, Schalksmühle u. a., die Möglichkeit gegeben, ihre Vorstellungen von einem wohnortnahen vollständigen Schulangebot umzusetzen und zu erproben.
"Darüber hinaus könnte die Landesregierung damit zeigen, dass sie der immer wieder öffentlich betonten im Schulgesetz festgeschriebenen Eigenverantwortlichkeit von Schule umfassend Rechnung tragen will", so Beckmann. "In Zeiten zentraler Prüfungen und Bildungsstandards bei gleichzeitiger Stärkung der Eigenverantwortlichkeit von Schule und Schulträger ist ein starres Festhalten an zentral vorgegeben Strukturen kontraproduktiv."
Beckmann abschließend: "Der VBE wird weiterhin alle Maßnahmen unterstützen, die die Kinderarmut und die daraus resultierenden Folgen beseitigen und zu einer kinderfreundlichen Gesellschaft beitragen."
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