VBE: Nicht weiter auf den Abruf der Bundesbildungspakete warten, lieber die Schulen direkt fördern
An den Schulen des Landes fehlt ständig Geld. Der Bund könnte finanzielle Mittel zur Verfügung stellen; das "Kooperationsverbot" verhindert dies aber. Nach Auffassung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg würde eine Aufhebung des Verbotes, das bei der Föderalismusreform 2006 den Einfluss des Bundes auf die Bildungspolitik zurückdrängen sollte, für die Schulen von Vorteil sein. "Statt weiter auf den Abruf der Bildungspakete durch Hartz-IV-Familien zu warten, wäre eine direkte Förderung der Schulen mit Bundesmitteln wesentlich sinnvoller", sagt VBE-Chef Gerhard Brand.
26.04.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergJedes Kind von Anfang an optimal individuell zu fördern und zu fordern, ist die beste Prävention gegen Schulversagen. Es ist ökonomischer, die öffentlichen Einrichtungen von den Kindertagesstätten über die Schulen bis hin zu den Universitäten dazu in die Lage zu versetzen, als später Abermillionen Euro über die Arbeitsagenturen in nachträgliche Fördermaßnahmen stecken zu müssen, um dann die jungen Menschen langsam wieder aufzubauen, die sich als die Verlierer des Bildungssystems sehen. "Das Kooperationsverbot verhindert den direkten Zufluss von Bundesmitteln an die Schulen", moniert Brand. Die Folge sei, dass die Bundesregierung die für Bildung vorgesehenen Mittel nicht an Schulen, sondern an freie Träger und private Einrichtungen lenke.
"Eigentlich ist es eine Bankrotterklärung für das öffentliche Bildungssystem und obendrein ein Affront gegenüber der Lehrerschaft, wenn Kinder aus Hartz-IV-Familien mit Bundes- und damit aus Steuermitteln private Nachhilfe bekommen, um im Bildungssystem den Anschluss halten zu können, an den Schulen aber die dafür notwendigen Finanzmittel nicht ankommen", schimpft der VBE-Landesvorsitzende. "Wenn das Land die Schulen nicht genügend finanziell unterstützen kann, ist es Unsinn, wenn das Kooperationsverbot verhindert, dass Bundesmittel direkt an die Schulen fließen dürfen. Da müssen künstliche Konstrukte aufgebaut werden, damit der Schein gewahrt bleibt und ja nicht an der heiligen Kuh `Föderalismus´ gekratzt wird. Im Zeitalter der Globalisierung sieht solches Verhalten eher nach kleinkarierter Kleinstaaterei aus als nach einem konstruktiven Miteinander zum Wohle aller", bilanziert Brand.
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